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Das Greenpeace-Flagschiff Esperanza markiert in der Nordsee ein grossflächiges Schutzgebiet, Mai 2004
© Philip Reynaers / Greenpeace

Stimme für die bedrohte Natur

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Können sich Kabeljauschwärme gegen ihre Vernichtung wehren? Kann ein finnischer Urwald gegen seine Abholzung klagen? Nein, man wird sie nicht hören. Greenpeace gibt der bedrohten Natur eine Stimme. 2004 haben wir weiter für die Schutzgebiete in Wäldern und in den Meeren gekämpft. Mit Erfolg.

Für ein Fünftel des russischen Dvinsky-Waldes wurde ein Einschlagstopp verkündet. Im November stellte der brasilianische Präsident Lula 20.000 Quadratkilometer Urwald im Amazonas unter Schutz. Dies ist ein Gebiet der Größe von Rheinland-Pfalz. Weitermachen heißt unsere Devise, denn noch schreitet die Zerstörung der letzten Urwälder schneller voran als die Rettung.

Auch unter Wasser wird die Zeit knapp. Nord- und Ostsee leiden - wie viele andere Meeresregionen - unter extremer Überfischung und skrupellosen Fangmethoden, die die Meeresökosysteme zerstören. Im Sommer 2004 haben wir mit Aktionen und regionalen Infotagen großflächige Meeresschutzgebiete gefordert.

2004 haben wir auch unsere Kampagne für Lebensmittel ohne Gentechnik fortgesetzt. Die Reaktion der Unternehmensgruppe Theo Müller GmbH & Co. KG: Der Milchproduzent wollte Greenpeace per Gerichtsentscheid einen Maulkorb verpassen lassen. Doch wir bleiben dran: Wir fordern von Müller und anderen Molkereien, auf Futter ohne Gen-Pflanzen umzustellen, um so deren Anbau nicht länger zu fördern. Gen-Pflanzen breiten sich in der Natur unkontrolliert aus und machen eine gentechnikfreie Landwirtschaft langfristig unmöglich.

Wir verlangen von der Bundesregierung, dem Gesundheitsschutz Vorrang zu geben. Pestizid-Rückstände in Obst und Gemüse sowie Dieselruß gefährden die Menschen. Mit steuerlichen Anreizen muss die Nachrüstung von Dieselautos mit Rußfiltern beschleunigt werden.

Vom Verbraucherministerium fordern wir wirksamen Schutz gegen Giftrückstände im Essen - das heißt Reduktion von Pestiziden und nicht Anhebung erlaubter Grenzwerte.

Vom Klimawandel sind alle betroffen, auch hier steht die Bundesregierung in der Pflicht. Zur internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien, Renewables 2004, nach Bonn einzuladen, reicht allein nicht. Klimaschutz bedeutet, verstärkt in Sonne- und Windkraft zu investieren statt neue klimaschädliche Kohlekraftwerke zu genehmigen.

Im Oktober 2005 werden wir Jubiläum feiern - und 25 Jahre erfolgreiche Umweltschutzarbeit in Deutschland. Unser großer Dank gilt all denen, die mit ihrem finanziellen und ehrenamtlichen Engagement Greenpeace überhaupt erst möglich machen! 2004 erreichte Greenpeace einen Gesamtertrag von 41,5 Millionen Euro. Die Zahl unserer Förderer wuchs auf über 540.000. Bitte stärken Sie uns weiterhin so engagiert den Rücken - damit Greenpeace auch künftig viel bewegen kann!

Mit herzlichen Grüßen

Brigitte Behrens - Geschäftsführerin von Greenpeace

Jahresrückblick 2004

Jahresrückblick 2004

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