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Greenpeace-Aktivisten beobachten Öl-Tanker in der Kadetrinne / Ostsee, Dezember 2002
Thomas Haentzschel / nordlicht / Greenpeace

Kampagnen, Struktur, Bilanz, Erträge und Aufwendungen

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

2002 war für die Umwelt ein schwieriges Jahr. Viele Katastrophen, etwa die Jahrhundertfluten in Deutschland und Europa, zeigten verheerende Auswirkungen. So musste sich auch Greenpeace unerwarteten Herausforderungen stellen. Im August waren Aktivisten während der Flutkatastrophe an der Elbe im Einsatz. Helferinnen und Helfer arbeiteten oftmals bis an den Rand der Erschöpfung. Sie füllten Sandsäcke, sicherten Deiche und nahmen Wasser- und Bodenproben. Denn alte, nicht sanierte Chemieanlagen können bei jedem Hochwasser die Umwelt verseuchen.

Als im November 2002 vor Galicien der Tanker Prestige sank, halfen Greenpeacer vor Ort bei den Aufräumarbeiten und übernahmen gleichzeitig die Überwachung der Kadetrinne, der stark befahrenen Meeresstraße in der Ostsee. Die Crew an Bord der Sunthorice harrte die Weihnachtsfeiertage und Silvester bei eisigem Wetter in der Meerenge aus, um insbesondere marode Tanker aufzuspüren. Ergebnis: Eine Ölpest ist auch in der Kadetrinne jederzeit möglich. Greenpeace fordert unter anderem: Lotsenpflicht, verbesserte Radarüberwachung und in ganz Europa Häfen, die havarierte Schiffe aufnehmen können.

Zunehmende Stürme und Flutkatastrophen weltweit zeigen, welche dramatischen Folgen der von Menschen gemachte Treibhauseffekt hat. Umso enttäuschender das Ergebnis des Weltgipfels in Johannesburg: Dort einigten sich die Delegationen nicht auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Die USA und die Ölförderstaaten verhinderten feste Zielvorgaben. Doch wenn Klimachaos sowie die Gefahr künftiger Kriege um Erdöl vermieden werden sollen, müssen Investitionen in erneuerbare Energien im großen Stil getätigt werden.

Die Schwerpunkte unserer Arbeit gelten auch über 2002 hinaus: Wir fordern eine naturnahe Landwirtschaft ohne Gentechnik. Nur sie kann eine intakte Umwelt und gesunde Lebensmittel garantieren. Der Ausstieg aus der risikoreichen Atomenergie muss konsequent verfolgt werden. Die rot-grüne Bundesregierung hat gezeigt, dass ihr so genannter Atomausstieg eine Farce ist. Das alte Atomkraftwerk in Obrigheim, Baden-Württemberg, soll Jahre länger am Netz bleiben als im Atomausstieg geplant. Die gefährliche atomare Wiederaufarbeitung von deutschem Atommüll in England und Frankreich läuft weiter, obwohl sie die Meere und weite Landstriche für viele kommende Generationen verseucht.

Finanziell war 2002 ein erfreuliches Jahr; die Einnahmen sind um 3 Millionen Euro gestiegen - zusätzliche Einnahmen, die wir 2003 für den aktiven Umweltschutz ausgeben. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen. Bitte begleiten Sie uns auch weiterhin mit Ihrem Zuspruch und Engagement! Greenpeace braucht die Unterstützung möglichst vieler Menschen. Etwa bei der internationalen Arbeit gegen uneinsichtige Konzerne wie den Ölriesen ExxonMobil (Esso), der Klimaschutz für unnötig hält, und beim Schutz der letzten Urwälder auf unserem Planeten.

Mit freundlichen Grüßen

Brigitte Behrens - Geschäftsführerin von Greenpeace

Jahresrückblick 2002

Jahresrückblick 2002

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