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Die Pestizidtests von Greenpeace sind von unabhängigen Labors durchgeführt worden und über jeden Zweifel erhaben. Die Tests für Obst und Gemüse basieren auf dem Einkauf durch ausgebildete Mitarbeiter nach einem im Vorfeld festgelegten Plan und dann der entsprechenden Analyse. Und dieser Plan war für den Ratgeber Essen ohne Pestizide von Februar 2007 im Wesentlichen der Gleiche wie für die ersten beiden Testreihen aus April und November 2005, als es noch keine Greenpeace-Magazine bei Lidl zu kaufen gab.

Im November 2005 gab Greenpeace den Ratgeber Pestizide aus dem Supermarkt heraus, der belegte, dass die Handelskette Lidl und der Metro-Konzern mit seiner Kette Real in Deutschland das am stärksten mit giftigen Pestiziden belastete Obst und Gemüse verkaufen. Seitdem ist viel passiert. Lidl hat ein Programm gestartet, das Pestizide bei Obst und Gemüse reduziert hat. Inzwischen haben alle getesteten Supermarktketten und Discounter solche Pestizid-Reduktionsprogramme angekündigt. Das ist bei den großen Mengen, die die Konzerne einkaufen, ein deutliches Signal für Umweltschutz. Es hat in den Anbauländern, etwa im Mittelmeer, heftige Reaktionen hervorgerufen.

Die Tests für den Ratgeber Februar 2007 ergaben, dass nun die Supermarktketten Kaisers/Tengelmann, Edeka und Rewe das am stärksten mit giftigen Pestiziden belastete Obst und Gemüse in Deutschland anbieten und die Billigketten Lidl und Aldi am besten abschneiden. Die bessere Platzierung von Lidl hat mit einer verbesserten Qualitätskontrolle und der sorgfältigeren Auswahl der Lieferanten zu tun. Das wurde unter anderem inzwischen durch die Universität Bonn bestätigt mit der Studie Einführung von dynamischen Minimierungsansätzen für Rückstände in Frischeprodukten vom Oktober 2006. Dort zeigt sich deutlich die Verringerung der Pestizidbelastungen von Obst und Gemüse bei Lidl.

Projekte des Greenpeace e.V. wie der Ratgeber Essen ohne Pestizide werden aus privaten Spendengeldern finanziert, der einzigen Einnahmequelle. Ein Sponsoring von Greenpeace durch Lidl gibt es nicht. Greenpeace lehnt Spenden der Industrie ebenso ab wie Sponsoring von der Industrie, aber auch Regierungs- und EU-Gelder werden nicht angenommen.

Das Greenpeace-Magazin finanziert sich über den Verkauf der Hefte, nicht über Werbung, um redaktionell unabhängig zu sein. Es wird von der Greenpeace-Media GmbH produziert, einer kommerziellen Tochter des Greenpeace-Vereins. Diese Tochter wurde vor Jahren gegründet, um ein wirklich gutes Umweltmagazin anbieten zu können, das inzwischen zahlreiche Medienpreise gewonnen hat. Dieses Magazin wird nicht aus Spenden finanziert (wie die Greenpeace-Nachrichten, die alle Förderer erhalten), sondern muss sich verkaufen. Seit August 2006 gibt es in den Lidl-Filialen das Greenpeace-Magazin neben vielen anderen Zeitschriften. Die Greenpeace-Media GmbH hat diesen Vertrag mit Lidl geschlossen. Für Greenpeace war das eine gute Möglichkeit, diese umwelt- und gesellschaftpolitisch wichtigen Inhalte neuen Zielgruppen nahezubringen. Da gilt es immer, neue Wege auszuprobieren. Es ging nie darum, Geld in die Taschen des Vereins zu spülen. Die Überschüsse aus diesem Geschäft soll die Media GmbH für die Werbung für das Magazin verwenden.

Ob die Lidl-Kunden zu eifrigen Greenpeace-Magazin-Lesern werden, steht noch nicht fest. Nach einer Anlaufphase ist nun klar, dass weniger Exemplare verkauft werden als geplant. Daraufhin hat die Greenpeace Media GmbH in der Zwischenzeit die an Lidl abgegebenen Exemplare auf 60.000 reduziert. Das sind etwa 20 Hefte pro Filiale. Wenn diese Anzahl künftig nicht verkauft wird, wird die Menge erneut reduziert.

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