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Das historische Spanien entstand durch die Vereinigung verschiedener Königreiche und Herrschaftsgebiete. In großen Teilen der Bevölkerung sind diese Unterschiede heute noch zumindest in den Sprachen lebendig. Neben dem (kastilischen) Spanisch werden vor allem Katalanisch, Galicisch und Baskisch gesprochen und gepflegt.

Die in den Urlaubsgebieten ansässigen Deutschen und Engländer, die sich oft wie selbstverständlich ihrer Muttersprache bedienen, tauchen in den Statistiken der spanischen Bevölkerung aber (noch) nicht auf.

Geografie, Politik, Fußball

  • Fläche: 504.645 Quadratkilometer
  • Einwohnerzahl: 44,9 Millionen
  • Hauptstadt: Madrid
  • Amtssprache: Spanisch, Katalanisch; regional: Valencianisch, Galicisch, Baskisch
  • Staatsform: Parlamentarische Erbmornarchie
  • Spanien ist ein Fußball-Land. Seine Vereinsmannschaften gehören seit Jahrzehnten zu den besten der Welt. Die spanische Nationalmannschaft hat bereits 13-mal an Weltmeisterschaften teilgenommen. Mit einem einzigen vierten Platz ist die Mannschaft aber über den Status des Geheimfavoriten nie hinausgekommen

Wirtschaft

Spanien hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem agrarisch strukturierten und innerhalb Europas eher armen Land auf Rang 8 unter den Industriestaaten hinaufgearbeitet. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören neben der Bau-, Maschinenbau- und petrochemischen Industrie vor allem der Tourismus und die Landwirtschaft. 2009 haben mehr als 52 Millionen Besucher in Spanien Urlaub gemacht. Das hat neben den positiven Wirkungen auf die Deviseneinnahmen auch negative auf Natur und Umwelt.

Spanien besitzt eine der größten Fischfangflotten der Welt. Die früher reichen Fischgründe vor den spanischen Küsten sind inzwischen überfischt, und die Europäische Union hat Spanien zu einer Reduzierung der Flotte aufgefordert. Spanien verlangt aber stattdessen Fischereirechte in der Nord- und Ostsee.

Die Finanzkrise trieb vor allem Hausbesitzer und Baufirmen in die Pleite. Andalusien hat gegenwärtig eine Arbeitslosenquote von 27 Prozent. Die spanische Regierung will vor allem Haushaltsdisziplin beweisen und kündigte die Senkung der Einkommen von Staatsbediensteten und Rentnern an. Gewerkschaftsvertreter kündigten dagegen einen heißen Sommer an. Und sie meinten damit nicht den Klimawandel.

Natur und Umwelt

In Spanien herrscht mediterranes Klima mit trockenen, heißen Sommern und milden, feuchten Wintern. Obwohl nur zehn Prozent der spanischen Landfläche als landwirtschaftlich gute Ackerflächen gelten, werden mit Hilfe künstlicher Düngung und künstlicher Bewässerung Zitrusfrüchte, Gemüse und Tomaten für den Export unter riesigen Planen produziert. Einflüsse von Boden, Klima und Sonnenschein sollen zur Gewinnung europäischer Norm-Produkte möglichst ausgeschaltet werden. Der Anbau mit künstlicher Bewässerung nahm in den beiden letzten Jahrzehnten um 80 Prozent zu - ausgerechnet in den Landesteilen, in denen für solche wasserintensiven Anbaumethoden nicht genügend Regen fällt. Es wurde nicht nur in die Grundwasserreserven dieser Gebiete eingegriffen, vielerorts droht auch das Eindringen von Salzwasser in unterirdische Trinkwasserreserven, weil künstlich bewässerte Böden mit der Zeit versalzen.

Anstatt die Anbaumethoden den klimatischen Bedingungen anzupassen, plant die spanische Regierung den Bau gigantischer Pipelines, die das benötigte Wasser aus dem regenreicheren Norden in den wasserarmen Süden transportieren sollen.

Tourismus schafft als eine der wichtigsten Wirtschaftszweige zwar Arbeitsplätze, zerstört jedoch gleichzeitig die Natur - vor allem durch den enormen Flächenbedarf (Hotels, Restaurants, Flughäfen, Straßen, Badebuchten, Wanderwege usw.) und die hohen Emissionen, die durch Flugzeuge, Fahrzeuge oder Schiffe entstehen und zur Zerstörung der Ozonschicht und zur Klimaerwärmung beitragen. Hinzu kommen Umweltprobleme in Form von Erosion, Lärm, Müllberge und die Überlastung der natürlichen Ressourcen wie Wasser und Boden.

Spanien beteiligt sich deshalb an einem internationalen Projekt zur Erforschung eines nachhaltigen Tourismus auf der Urlaubsinsel Lanzarote.

Seit Jahrhunderten wird in Spanien Raubbau an den Wäldern betrieben. Trotz staatlicher Aufforstungsprogramme ist ein Fünftel des spanischen Bodens bereits schwer von Erosion betroffen.

Menschenrechte und Korruption

Spanien hat mit der Beseitigung der Franco-Diktatur auch die Todesstrafe und Folter abgeschafft. Beim Kampf gegen Aktivisten der spanischen Untergrund-Organisation ETA werden Polizei und Justiz aber von Amnestie International immer wieder willkürliche Verhaftungen und Übergriffe vorgeworfen.

In der andalusischen Landwirtschaft schuften Zehntausende Arbeitsmigranten, aus Marokko, Polen oder Rumänien für Tageslöhne von 15 bis 30 Euro ohne soziale Absicherung.

Besonderheiten

In Spanien gilt nach wie vor die menschenfreundliche Regel: Wer in Spanien nachmittags zwischen drei und fünf Uhr auf den Beinen ist, gilt als seltsam, wenn nicht verrückt.

(Autor: Harald Mörking)

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