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Die slowenische Bevölkerung sieht sich zu 83 Prozent als Slowenen. Daneben gibt es Staatsbürger, die sich als Serben, Kroaten, Bosnier, Ungarn oder Italiener bezeichnen. Ein paar hundert Menschen gaben bei der Volkszählung 2002 an, sich als Österreicher oder Deutsche zu fühlen.

Geografie, Staat, Fußball

  • Fläche: 20.253 Quadratkilometer (etwa so groß wie Hessen oder Sachsen-Anhalt)
  • Einwohnerzahl: gut zwei Millionen
  • Hauptstadt: Ljubljana
  • Amtssprache: Slowenisch
  • Staatsform: Republik
  • Unabhängigkeit: 25. Juni 1991
  • Die slowenische Nationalmannschaft nimmt nach 2002 zum zweiten Mal an einem Weltmeisterschaftsturnier teil.

Wirtschaft und Politik

Ein überraschender Vorstoß, der anschließend durch Mauertaktik verteidigt wurde, war schon die Unabhängigkeitserklärung Sloweniens, die die anderen ex-jugoslawischen Teilstaaten überraschte, aber mit Deutschland und Österreich abgesprochen war.

Slowenien trat 2004 der EU bei. Hier gilt das kleine Land als Musterschüler - weil es von allen Neu-Mitgliedern am besten vorbereitet war. Als jugoslawischer Teilstaat zum Zentrum für die Verarbeitende Industrie ausgebaut, landeten schon damals zwei Drittel der slowenischen Exporte im Westen. Heute rühmt sich Slowenien damit, dass in Deutschland kein Auto gebaut werde, in dem nicht mindestens ein Bauteil aus Slowenien stecke. Auch beim Beitritt zur EU bewährte sich die slowenische Staatstaktik: Investitionsfreiheit für europäisches Kapital gab es erst, als die slowenischen Betriebe saniert und in slowenischem Privatbesitz waren.

Das Verhältnis der Slowenen zu den Kroaten, Serben, Bosniern und Mazedoniern ist widersprüchlich. Auf der einen Seite möchte man keineswegs mit ihnen in einen Topf geworfen werden. Auf der anderen Seite sehen sie sich als prädestiniert dafür an, den Balkan-Markt als vorgeschobener Posten der EU zu erobern. Dieser Widerspruch drückt sich zum Beispiel darin aus, dass bei Geschäftsverhandlungen mit den ehemaligen Landsleuten auf Dolmetscher nicht verzichtet wird.

Natur und Umwelt

Slowenien verfügt über die verschiedenartigsten Landschaftsformen auf kleinstem Raum. Ein Tourist kann tagsüber in den Julischen Alpen Ski fahren oder wandern und abends in Pirna an der Adriaküste in einem Fischrestaurant sitzen. Mehr als die Hälfte des Staatsgebiets ist von Wald bedeckt. Slowenien verweist gern auf seine ursprünglichen Alpen- und Karstgebiete, in denen es eine ganze Reihe Arten gibt. Der berühmte Grottenolm in den Adelsberger Grotten ist nur der berühmteste von ihnen.

In Slowenien gilt seit 2004 das EU-Umweltrecht. Aber schon in den Zeiten des alten Jugoslawiens hat man festgestellt, dass in den Industriegebieten Flüsse zu toten Gewässern wurden und die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung gefährdet war. Immer noch bemängelt die EU-Kommission, dass Slowenien für die Verbesserung der Wasserqualität zu wenig tue.

Umweltschützer beklagen darüberhinaus, dass Slowenien Jagd auf die ungefähr 500 Braunbären und knapp 100 Wölfe machen lässt, die in den weitläufigen Wäldern leben. Jedes Jahr dürfen mehr als 70 Bären und 12 Wölfe geschossen werden. Dabei ist der Braunbär in der EU durch die Berner Konvention geschützt. Aber der Jagdtourismus bringt Geld in die Kassen.

Menschenrechte und Korruption

Slowenien sieht sich selbst als Hort der Demokratie und der Menschenrechte. Slowenische Politiker scheinen eine recht eigenwillige Auslegung dieser Werte zu haben, denn sie finden auch heute nichts dabei, dass der neue Staat unmittelbar nach seiner Unabhängigkeit auf einen Schlag 29.064 nicht-slowenische Einwohner weniger hatte, weil sie einfach aus den Einwohnerverzeichnissen gelöscht wurden. Ohne kriegerische Gewalt, nur durch einen kalten bürokratischen Akt verloren mindestens 30.000 Bleiberecht, Wohnungseigentum, Arbeitsplätze, Versicherungen, Sparguthaben und Rentenansprüche. Diese Zahl ist gewissermaßen offiziell. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass 80.000 bis 130.000 Menschen - Roma, Bosnier, Serben - aus dem Land vertrieben wurden.

Besonderheiten

Auf den Ministerpräsidenten Sloweniens kommt eine Menge Arbeit zu: Hatte er doch im patriotischen Überschwang versprochen, allen Nationalspielern die Schuhe zu putzen, wenn sie die Qualifikation zur Fußball-WM in Südafrika schaffen würden. Na, dann mal los.

(Autor: Harald Mörking)

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