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Flagge der Vereinigten Staaten von Mexiko

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Land und Leute

Die mexikanische Gesellschaft wurde stark von der spanischen Kolonialmacht beeinflusst. Gleichzeitig hat sie jedoch auch starke indianische Wurzeln: Tolteken, Maya und Azteken beherrschten das Land lange vor den Spaniern, wurden von diesen in ihrer Gier nach Gold jedoch ermordet oder vertrieben.

Dennoch hat sich bis ins heutige mexikanische Spanisch eine Vielzahl an Worten aus der aztekischen Sprache Náhuatl erhalten. Auch andere Sprachen haben einzelne Worte aus dem Sprachschatz des Landes entlehnt, beispielsweise das Wort Schokolade (nach dem aztekischen Xocoatl).

Politisch ist Mexiko in Lateinamerika vergleichsweise ein Hort der Stabilität: Über 70 Jahre in Folge bestimmte die Partei der Institutionalisierten Revolution die Geschicke des Landes - bis hin zur Organisation von 'freien' Wahlen durch die Partei.

Seit 1994 wehren sich jedoch die Indios im armen Süden des Landes gegen ihre Ausgrenzung durch die mexikanische Öffentlichkeit und fordern Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit. Die mexikanische Regierung versuchte zunächst, den Aufstand mit militärischer Gewalt zu unterdrücken, erklärte sich dann aber zu Gesprächen bereit. Der vereinbarte Waffenstillstand hält zwar weitgehend, wirkliche Anerkennung haben die Indios aber bislang nicht erfahren. Die Regierung duldet jedoch ihre autonomen Städte und Gebiete.

Geographie, Politik und Fußball

  • Fläche: 1.960.000 km2
  • Einwohnerzahl: 107 Millionen
  • Hauptstadt: Mexiko Stadt
  • Amtssprache: Spanisch (ca. 80 Indiosprachen)
  • Staatsform: Präsidialrepublik
  • Fußball: Mexiko war bereits zwölf Mal bei der Fußball-WM dabei, kam jedoch nie über die zweite Runde hinaus

Wirtschaft

Wirtschaftlich ist Mexiko ein Land von enormen Gegensätzen. Die ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung müssen sich 11 Prozent des Volkseinkommens teilen, während die reichsten 10 Prozent der Gesellschaft mehr als 40 Prozent einstreichen. Laut UNICEF gibt es kein Land der Welt, in dem mehr Kinder in relativer Armut leben: Mehr als ein Viertel wächst in Familien auf, die weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens verdienen.

Das Land setzt völlig auf den Freihandel. Mit allen großen Wirtschaftsblöcken und vielen einzelnen Staaten hat Mexiko entsprechende Abkommen geschlossen. Gehandelt werden zum Großteil Industrieprodukte oder -vorprodukte, daneben Erdöl und Erdölprodukte und nur zu einem sehr geringen Anteil (weniger als fünf Prozent) landwirtschaftliche Güter. Größter Abnehmer und Lieferant sind die USA, mit denen Mexiko über 70 Prozent seines Außenhandels abwickelt.

Natur und Umwelt

Das Klima Mexikos ist vielfältig: Von tropischen Stränden im Süden bis zu Wüsten im Norden, von Gebirgsklima im Zentrum bis zu Regenwäldern auf der Halbinsel Yucatán. Die Artenvielfalt ist entsprechend enorm: 26.071 Pflanzenarten sind in Mexiko beheimatet, darunter mehr Kiefern- und Kakteenarten als irgendwo sonst. Mexiko beherbergt mehr Reptilien als jedes andere Land, belegt einen zweiten Platz bei Säugetieren und einen vierten bei Amphibien.

Der natürliche Reichtum wird leider kaum geschützt. Gerade mal fünf Prozent der Landfläche genießen irgendeinen Schutz, strengen Schutz weniger als ein Prozent.

Ein großes Problem ist in Mexiko die Wasserversorgung. Zusätzlich zur Verschmutzung werden wichtige Wasserspeicher wie die Wälder unkontrolliert abgeholzt. 600.000 Hektar Wald verliert Mexiko gegenwärtig Jahr für Jahr. Genug, um das Land in 50 Jahren komplett zu entwalden. Darunter fallen auch viele Mangrovengebiete, die außerdem zum Schutz der Küsten bei den zunehmend stärkeren Hurrikanen beitragen.

À propos: Für den Klimawandel ist das Land besonders anfällig, 97 Prozent der Landfläche sind mehr oder weniger von Austrocknung oder gar Wüstenbildung bedroht. Zur Erderwärmung trägt Mexiko auch selbst kräftig bei. Die CO2-Emissionen sind seit 1990 um 22 Prozent gestiegen.

Das Schwellenland hat zudem mit Verschmutzungen durch Industriebetriebe zu kämpfen. Am schmutzigsten ist die Ölindustrie. Allein das staatliche Ölunternehmen Pemex war im Zeitraum 1997-2002 für fast 60 Prozent aller Unfälle mit gefährlichen Substanzen verantwortlich (fast 1.500 von insgesamt 2.600).

Korruption und Menschenrechte

Korruption ist insbesondere im politischen System Mexikos ein großes Problem. 31 Prozent der Mexikaner gaben in einer Umfrage 2005 an, in den letzten 12 Monaten Bestechungsgeld gezahlt zu haben - und schätzten, dass sich dies in Zukunft eher noch verschlechtern werde.

Die Polizeikräfte Mexikos geraten immer wieder in die Kritik, Menschen unrechtmäßig festzuhalten oder zu foltern. Selbst wo eindeutige Beweise dafür vorliegen, unternehmen die Behörden selten etwas, um diesen Machtmissbrauch zu untersuchen und abzustellen. Insbesondere in den südlichen Landesteilen werden vor allem Indios auf diese Weise verfolgt. Auch Umweltschützer werden unter fadenscheinigen Vorwänden verhaftet und teils monatelang festgehalten.

Seit 2000 sind 16 Journalisten in Mexiko ermordert worden oder verschwunden, was Mexiko für Journalisten zum gefährlichsten Land Lateinamerikas macht. Hintergrund dieser Verbrechen war wahrscheinlich in vielen Fällen die Berichterstattung über Drogenschmuggel. Untersuchungen bleiben häufig erfolglos, weil lokale Politiker zum Teil ebenfalls auf den Gehaltslisten der Drogenkartelle stehen.

Aktivitäten von Greenpeace

Gemeinsam mit Indios stellt sich das Greenpeace-Büro in Mexiko-Stadt der Entwaldung des Landes entgegen, indem immer wieder auf illegale Machenschaften der Forstindustrie und die Untätigkeit der Behörden hingewiesen wird.

Darüber hinaus versucht die kleine Truppe von 25 Leuten, den Import und Anbau von gentechnisch verändertem Mais im Land zu verhindern. Mexiko gilt als das Mutterland des Mais. Dort wurde er schon 5000 vor Christus angebaut. Eine Vielzahl an natürlichen und über die Jahrtausende entwickelten Sorten wächst hier. In ersten davon finden sich bereits einzelne Gene aus den manipulierten Sorten - mit unabsehbaren Folgen.

Drittes größeres Projekt ist die Verhinderung einer Tagebaumine für Silber und Gold in San Luis Potosí, einer Region, die ohnehin unter Wassermangel leidet. Für die Mine sollen täglich 32 Millionen Liter Wasser abgezapft werden, um mit Hilfe von giftigem Zyanid die Edelmetalle aus dem Gestein zu lösen.

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