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Die Industrieländer sind bis heute für rund 85 Prozent des bisherigen Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich. Von den Auswirkungen des Klimawandels, wie Dürren und Überschwemmungen, ist jedoch vor allem die Lebensgrundlage von Milliarden von Menschen in den Entwicklungsländern bedroht. Ihnen fehlt es nicht nur an Geld und Infrastruktur - es fehlt auch an Know-how, um sich auf den Klimawandel einzustellen. Auf dem Kongress McPlanet.com forderte Greenpeace-Kampagnengeschäftsführer Roland Hipp deshalb Gerechtigkeit beim globalen Klimaschutz.

Gerecht ist es, wenn jeder Mensch dieselbe Menge Kohlendioxid (CO2) ausstoßen darf. Und gerecht ist es, dass man bezahlen muss, wenn man gegen diese Vorgabe verstößt, so Hipp. Länder, die bisher über ihre Verhältnisse beim Klimaschutz gelebt und sich nicht um die Folgen ihres Handelns gekümmert hätten, müssten daher Kompensationen zahlen.

Hipp leitet daraus folgende Forderungen für den gerechten Umgang mit dem Klimawandel ab: Die Industrienationen müssen ihren CO2-Ausstoß bis 2050 um 80 Prozent reduzieren. In Zukunft darf jeder Mensch nur noch zwei Tonnen Kohlendioxid pro Jahr produzieren. Das bedeutet, dass jeder Deutsche im Schnitt acht Tonnen pro Jahr einsparen muss, ein Afrikaner darf eine Tonne mehr pro Jahr produzieren. Die Industrieländer müssten auch für den Schaden bezahlen, den sie in der Vergangenheit angerichtet hätten, beispielsweise durch die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in den Ländern des Südens und durch den Transfer von Know-how und klimafreundlicher Technik. Das Geld dafür könnte in Deutschland durch eine CO2-basierte Kraftfahrzeugsteuer, eine Steuer auf Flugbenzin und die Versteigerung von Verschmutzungszertifikaten eingenommen werden.

Nirgendwo kann so viel CO2 reduziert werden, wie in den Industriestaaten, stellt Hipp fest. Gerechtigkeit ist daher nicht nur für die Länder des Südens der einzige Weg zu überleben, es ist auch für uns der einzige Weg, der in die Zukunft führt.

Am Sonntag endet der Kongress mit der Übergabe einer Abschlussresolution am Bundeskanzleramt.

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