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Das Land am Rio de la Plata wandelt sich zu einem neuen Klondike. Die Regierung Menem hatte in den 1990er Jahren die Genehmigungsverfahren vereinfacht. In Verbindung mit dem hohen Goldpreis und dem vor einem Jahr abgewerteten argentinischen Peso lockt dies derzeit viele ausländische Minengesellschaften in den Andenstaat.

Zur Illustration der möglichen Folgen für Argentinien hatten Aktivisten vor dem Regierungsgebäude in Buenos Aires 150 goldene Totenschädel aufgebaut. Denn das Gold wird nicht mehr von Hand aus den Felsen gehauen oder dem Flusssand gesiebt, sondern mit hochgiftigen Chemikalien aus den Steinen gewaschen.

Als Türöffner-Projekt wird das Vorhaben des kanadischen Minenkonzerns Meridian Gold angesehen, der bei Esquel in den patagonischen Anden Gold auf Zyanidbasis gewinnen will. Dagegen erhebt sich schon seit Monaten Widerstand auf lokaler und zunehmend auch nationaler Ebene.

Zyanid ist hochgiftig. Nach Angaben von Wissenschaftlern reicht bereits ein Milligramm Zyanid pro Liter Blut für eine schwere Vergiftung. Eine Dosis von 2,6 Milligramm führt den Tod herbei. Die Bewohner von Esquel fürchten vor allem um ihre Wasserversorgung.

Ähnliche Projekte in unterschiedlichen Stadien hat Greenpeace jetzt in 10 weiteren argentinischen Provinzen aufgedeckt. Esquel ist nur der Start für Dutzende weitere Projekte, deren Betreiber gebannt auf das Schicksal dieses Vorhabens blicken, sagt Verónica Ordiozola, Chemieexpertin von Greenpeace Argentinien. Die Regierung muss diese Gier der Konzerne nach Gold stoppen, die nur Vergiftung zurücklässt, mit der wir für Jahrzehnte und Jahrhunderte zu leben haben. Der Abbau von Gold mit Hilfe von Zyanid sollte so schnell wie möglich verboten werden. (hol)

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