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Waldschutz: Offener Brief an Stoiber

In einem offenen Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber hat Greenpeace am Montag vor der Gefahr gewarnt, mit der geplanten Privatisierung der Bayerischen Staatsforstverwaltung die Wälder in reine Holzplantagen umzuwandeln. Greenpeace fordert statt dessen, eine Bürgerwald-Stiftung: Diese kann den Schutz von Tieren und Pflanzen sowie den Erhalt des Waldes als Erholungsort als langfristige Ziele festlegen. Darüber hinaus sollte der Wald ökologisch so bewirtschaftet werden, dass er das anerkannte Öko-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) erhält.

Die Wälder würden hässlicher", sagt Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. Eintönige Holzplantagen bedeuten das Aus für viele Pflanzen und Tiere. Den Menschen kann ein Stangenwald nicht mehr bieten, was sie für Freizeit und Entspannung suchen. Der Wald ist viel zu wichtig, um nur den Wert des Holzes im Blick zu haben. In anderen Ländern Mittel- und Nordeuropas, aber auch im Bundesland Hessen wurde der öffentliche Wald bereits privatisiert und nach rein wirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet. Die Folgen: Seltene Tiere und Pflanzen sind vom Aussterben bedroht, der Wald wurde anfälliger für Krankheiten und die Erholungsfunktion nahm deutlich ab.

Auf der am Montag in Wildbad Kreuth beginnenden Klausurtagung will die CSU-Landtagsfraktion eine Richtungsentscheidung zur Privatisierung der 7800 Quadratkilometer bayerischen Staatswaldes treffen. Das entspricht einem Drittel der gesamten Waldfläche Bayerns. Die endgültige Entscheidung wird der bayerische Landtag in diesem Jahr treffen. Die Umwandlung des Waldes zur reinen Produktionsstätte von Holz ist nur im Privatwald möglich. Im öffentlichen Wald müssen in Deutschland ökologische und soziale Funktionen wie Naturschutz und Erholung im Vordergrund stehen. (mir)

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