Tipps für Verbraucher

Schokoriegel, Creme und Waschmittel gehören zum Alltag wie leider die Urwaldzerstörung zu Indonesien. Viele dieser Produkte enthalten Palmöl. Und auch für die Herstellung von Agrosprit wird zunehmend Palmöl verarbeitet. Was also tun, wenn man auch weiterhin genussvoll zubeißen, cremen oder Wäsche waschen will?
  • Nicht nur Nestlé hat ein Problem - Palmöl aus Urwaldzerstörung kann auch in vielen anderen Produkten enthalten sein: In Lindt-Schokolade, Bahlsen-Keksen, der Prinzenrolle, Toffifee , in Maggi-Produkten, in Nivea Hautcreme, Kosmetik von Schwarzkopf und in Waschmitteln wie Frosch, Persil, Spee und Terra Aktiv von Henkel. Auf der Verpackung ist oft nicht zu erkennen, welches Pflanzenöl eingesetzt wurde. Steht in der Liste der Inhaltsstoffe Sonnenblumenöl oder ein anderes Pflanzenöl, ist Palmöl als Rohstoff in der Regel auszuschließen.
  • Lesen Sie auf der Verpackung Ihres Lieblingsprodukts pflanzliches Fett/Öl, könnte es sich auch um Palmöl handeln. Fragen Sie den Hersteller, ob dieser Rohstoff eingesetzt wird. Wenn ja, können Sie die Firma gleich auffordern, kein Palmöl aus Urwaldzerstörung zu beziehen.
  • Lassen Sie sich nicht abspeisen mit dem Verweis auf den RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl), einer freiwilligen Zertifizierungsorganisation der Industrie. Dessen Kriterien sind sehr schwach und die Mitglieder des RSPO halten selbst die schwachen Standards nicht ein. Die Firmen des RSPO tun nicht genug, um die Urwaldvernichtung in Indonesien zu stoppen.
  • Und so ist die aktuelle Situation bei Öko-Produkten: In der Report Mainz Sendung am 22.1.2010 wurde dokumentiert, dass die Firma Daabon in Kolumbien Menschen vertreibt und Dörfer zerstört, um Plantagen für Bio Palmöl anzulegen. Greenpeace verurteilt solche Vorgehensweisen. Wir fordern die Abnehmer von Daabon auf, Daabon gegenüber deutlich zu machen, dass dieses Verhalten nicht akzeptiert werden kann. Wenn Daabon weiterhin für solche Praxis verantwortlich ist, müssen die Abnehmer ihre Lieferbeziehungen mit Daabon einstellen. Den konkreten Fall kann Greenpeace nicht selbst nachprüfen, da wir kein Büro in Kolumbien haben.

    Generell empfiehlt Greenpeace weiterhin Bioprodukte, da eine ökologische Landwirtschaft zum Klimaschutz, Artenschutz und zum Erhalt der natürlichen Ressourcen unseres Planeten wichtig ist. Kontrollen der ökologischen Betriebe sind dabei grundlegend wichtig und bei Skandalen muss sofort gehandelt werden. Bei der Kontrolle von Ökobetrieben müssen auch soziale Belange und die Einhaltung von Menschrechten geprüft werden. Ökologische und faire Produktionsbedingungen sind zwei Seiten einer Medallie.

    Da wir nicht wissen, in welchen Bio-Produkten Daabon Palmöl enthalten ist, können wir Verbrauchern, die kein Daboon-Palmöl in ihren Produkten wollen, zur Zeit nur den Tipp geben, auf Produkte mit Palmöl zu verzichten. Im Bio-Bereich ist Palmöl als Zutat oft auf dem Etikett aufgeführt und es kann durch anderes Pflanzenöl ersetzt werden. Sinnvoll ist auch, bei den Bioherstellern nachzufragen, ob das enthaltene Palmöl von Daabon kommt.

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