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Öliger Empfang zur Bilanz der WestLB

Kalt erwischt hat es am Freitagmorgen den Chef der Westdeutschen Landesbank (WestLB), Jürgen Sengera. Anstatt in gewohnter Grandezza mit seinem Tross aus Mitarbeitern und Bodyguards durch den Haupteingang der Bankzentrale in Düsseldorf zu schreiten, musste er sich hinter einem Cordon von Gebäudewachschutzmännern ins Haus zwängen, wollte er sich nicht seine Schuhe durch Rohöl ruinieren.

Rund 20 Greenpeace-Aktivisten aus verschiedenen Ländern hatten nämlich, nachdem Sicherheitskräfte sie teilweise handgreiflich daran zu hindern gesucht hatten, vor der zentralen Drehtür einen roten Teppich der besonderen Art ausgerollt. Anlass war die in der Bankzentrale stattfindende Jahresbilanz-Pressekonferenz. Doch so recht mochte keiner den roten Teppich abschreiten: Flankiert von Fässern auf denen die wahre Bilanz der WestLB zu lesen war - Menschenrechtsverletzungen, Vertreibung, Trinkwasserverseuchung, Artensterben, Fischsterben und Umweltzerstörung - schwamm der Teppich in Rohöl. Das Öl hatte Greenpeace vor einem Monat in Ecuador von einem Gewässer abgeschöpft, das nach einem Pipelinebruch völlig verseucht war.

Sengera versuchte die Greenpeace-Waldexpertin Sandra Pfotenhauer beim Reingehen kurz abzufertigen. Sie hatte ihn aufgefordert, endlich Verantwortung zu zeigen und zu handeln. Er verwies lediglich auf einen tagesaktuellen Zeitungbericht, in dem verkündet wurde, dass die WestLB neben ein paar anderen Banken die Umweltstandards der Weltbank - eventuell und vielleicht auch nur teilweise - für Projekte in einer noch unbekannten Zukunft zu übernehmen gedenke.

Sandra Pfotenhauer ließ nicht locker. Auf ihre Forderung, schon jetzt die Standards anzuwenden, vor allem in Ecuador, wo mit einem Milliardenkredit der WestLB eine neue Rohölpipeline gebaut wird, verwies Sengera erneut auf den Gefälligkeitsartikel in der Zeitung und entschwand zur Pressekonferenz.

Dass durch die Ankündigung in einer Zeitung nichts gewonnen ist, wird ersichtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass der Ecuador-Kredit eine Laufzeit von 17 Jahren hat. Hier handelt es sich eben um kein zukünftiges Projekt. Und es hat extreme Auswirkungen vor Ort.

Schon durch den Bau der von der WestLB finanzierten Ölpipeline werden wertvolle Urwälder zerstört, Flüsse und Fische verseucht und Menschenrechte verletzt, sagt Pfotenhauer, die sich im April zehn Tage lang ein Bild von der Lage in Ecuador gemacht hat. Auf die Kappe der WestLB gehen bereits jetzt Umweltkatastrophen und verletzte Menschenrechte. Ist die Pipeline erst einmal fertig, geht die Zerstörung des Amazonas-Urwaldes durch die Erschließung neuer Ölquellen erst recht los.

Bitte informieren Sie sich weiter mit Hilfe unseres Factsheets "Die wahre Bilanz der WestLB" und mit dem Kurzdossier "WestLB finanziert Urwaldzerstörung":

Die wahre Bilanz der WestLB

WestLB finanziert Urwaldzerstörung (PDF, 308 kb).

Und hier das Flugblatt (PDF, 99,5 kb) an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WestLB sowie alle Düsseldorfer und Düsseldorferinnen.

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