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US-Behörden schikanieren Greenpeace

Die Hafenbehörde der US-amerikanischen Stadt Miami verweigert dem Greenpeace-Schiff MV Esperanza, an einem bereits genehmigten Liegeplatz anzulegen. Angeblicher Grund: Greenpeace stelle ein zu großes Sicherheitsrisiko dar. Daher seien öffentliche Aktivitäten im Hafen nicht mehr gestattet.

Die Umweltschützer wollten die Bevölkerung einladen, an Bord mehr zu erfahren über das Engagement von Greenpeace zum Schutz des Regenwaldes am Amazonas. Indem sie die erteilte Erlaubnis zurückzieht, versucht die Behörde offensichtlich, Greenpeace das Recht auf freie Meinungsäußerung zu nehmen und daran zu hindern, die Öffentlichkeit aufzuklären.

Die Behörde hat wechselnde und unzureichende Begründungen vorgelegt, um das Schiff am Andocken zu hindern, sagt John Passacantando, Geschäftsführer von Greenpeace USA. Wir schließen daraus, dass sie die Einwohner Miamis davon abhalten will, unsere Botschaft zu hören.

Möglicher Zusammenhang: Vor kurzem reichte das US-Justizministerium Strafanzeige gegen Greenpeace bei einem Gericht in Miami ein. Die Anzeige bezieht sich auf eine Greenpeace-Aktion im April 2002. In den zwischenzeitlich vergangenen 15 Monaten hatten die Ankläger ein obskures Gesetz aus dem 19. Jahrhundert ausgegraben.

Auch nachdem Greenpeace die Hafenbehörde von Miami schriftlich gebeten hat, die Entscheidung zu überdenken, kann die Behörde ihre Ablehnung nicht begründen: Es gebe da "das eher kürzlich vorgefallene schlechte Benehmen". Dazu meint Passacantando: Die Behörde greift nach dem letzten Strohhalm, um Greenpeace draußen zu halten.

Die hier zitierten Briefe sowie weitere Informationen finden Sie auf den Seiten von Greenpeace USA.

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