Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Urwaldzerstörung in Nordargentinien dramatisch

Im Norden Argentiniens haben sich die Greenpeace-Jaguare, Aktivisten in Jaguarkostümen, am Mittwoch erneut der Zerstörung von Urwäldern für die Sojaproduktion entgegen gestellt. Gemeinsam mit Greenpeace-Mitgründer Rex Weyler suchten und fanden sie illegale Kahlschlaggebiete in der Gegend um das Naturschutzgebiet Pizarro in der Provinz Salta. Dort geht stündlich Wald auf einer Fläche von 20 Fußballfeldern verloren.

Sie forderten von Staatspräsident Nestor Kirchner einen Stopp der derzeitigen Abholzpraxis und den Schutz der Naturschätze der Region. Die Regierung interessiert im Moment überhaupt nicht, was hier passiert, beklagt Noemí Cruz, Waldexpertin von Greenpeace Argentinien. Wenn das so weitergeht wie im Moment, werden die ganzen Trockenwälder hier in Rauch aufgehen.

Bei ihrem Einsatz nutzten die Aktivistinnen und Aktivisten Hubschraubern und Cross-Motorräder. Dabei bekamen sie große bereits abgebrannte Areale zu Gesicht. Feuer ist in der Regel der letzte Schritt des illegalen Kahlschlags, nachdem wertvolles Holz aus dem Wald geholt und die restlichen Büsche und Bäume mit Hilfe von Raupenfahrzeugen zusammengeschoben wurden. Zwei dieser Kettenfahrzeuge wurden bei der Arbeit beobachtet, die Fahrer stellten angesichts der Anwesenheit von Greenpeace jedoch ihr Zerstörungswerk zumindest vorübergehend ein.

In der Provinz Salta ist die Situation dramatisch. Hier werden sogar lokale Naturschutzgebiete verkauft, um dort Soja anzupflanzen. Die Zukunft des Naturschutzgebiets von Pizarro hängt an einem seidenen Faden. Es wird genau so eingeäschert werden, wenn die Regierung nicht bald wirksame Maßnahmen zu seinem Schutz trifft, so Cruz.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Der Weihnachtsmüffel

Oh Tannenbaum, wie stinken deine Blätter: Gewächse aus gängiger Massenbaumhaltung duften meist wenig weihnachtlich. Unsere Autorin lernte, wie Weihnachtszeit mit Tannenaroma geht.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.