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Urwaldzerstörung für Post-Briefumschläge

Auf wenig Begeisterung bei der Post sind Greenpeace-Aktivisten am Freitag gestoßen. Sie suchten in über 20 Städten Deutschlands Postfilialen auf, um dort gegen die Zerstörung finnischer Urwälder zu protestieren.

Mitglieder der Greenpeace-Gruppen in Mannheim, Berlin, Hamburg, Trier, Göttingen, Stuttgart und Chemnitz sowie in weiteren Städten versahen in den örtlichen Postämtern Briefumschläge der Eigenmarke "Deutsche Post" mit einem Aufkleber: Finger weg! - Urwaldzerstörung. Hintergrund der Aktion ist, dass zur Herstellung der Post-Briefumschläge Holz aus finnischen Urwäldern verwendet wird.

Wer diese Postumschläge verschickt, warnte Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge, verschickt die letzten Urwälder Finnlands gleich mit. Wir fordern, dass die Deutsche Post den Verkauf der Briefumschläge einstellt, solange dafür finnische Urwälder zerstört werden. Sie kann problemlos zu Umschlägen aus Recyclingpapier wechseln.

Einige Postangestellte und -filalleiter reagierten etwas überreizt und beförderten die Aktivisten schnurstracks nach draußen. Doch vor den Postämtern begeisterten sich dann die Passanten und Postkunden für die Protestbriefaktion: Ein Schreiben an den Postchef Klaus Zumwinkel, in dem er aufgefordert wird, etwas gegen die Zerstörung der letzten finnischen Urwälder zu unternehmen. Und obwohl die Briefe durch die Post zugestellt werden sollen, waren sie alle lediglich mit einer von Greenpeace entworfenen Sonderbriefmarke frankiert. Dieser philatelistische Leckerbissen zeigt ein Posthorn, wo zur einen Öffnung Urwald hineinströmt und zur anderen Briefumschläge herausquellen.

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