Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Urwaldverbrecher wollen Greenpeace stoppen

Rimbunan Hijau, einer der weltweit größten Holzhandelskonzerne, droht Greenpeace mit einer Klage. Der malaysische Multi fordert die Rücknahme eines Greenpeace-Berichts über seine Urwald zerstörenden und Menschen verachtenden Machenschaften. Das Ziel des Vorstoßes ist klar: Kritiker sollen mundtot gemacht werden. Dies wird nicht gelingen.

The Untouchables. Rimbunan Hijau's world of forest crime and political patronage (Die Unberührbaren. Rimbunan Hijaus Welt: Verbrechen an den Urwäldern und politische Vetternwirtschaft). So lautet der Titel des zwanzigseitigen Reports, den Greenpeace International im Februar 2004 herausgebracht hat.

Der Bericht deckt auf, wie skrupellos Rimbunan Hijau (RH) seine Geschäfte betreibt. Das Unternehmen ist die Nummer eins der Holzindustrie in Papua-Neuguinea. Es betreibt Urwaldzerstörung in Gabun, Äquatorialguinea, Malaysia, auf Vanuatu und Neuseeland, in Indonesien und Russland. RH-Holz und -Holzprodukte werden weltweit gehandelt. Auch in Europa.

Dass der Multi ausgerechnet auf rechtliche Mittel zurückgreifen will, ist mehr als zynisch. Oliver Salge, Urwaldexperte bei Greenpeace: Viele der Konzernaktivitäten sind nachweislich illegal. Sie fügen der Umwelt immensen Schaden zu und verletzen massiv die Menschenrechte.

Rimbunan Hijau schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Der Greenpeace-Report zitiert eine Menschenrechtsexpertin aus Papua-Neuguinea: ... Landbesitzer wurden mit einem Gewehrlauf im Rücken gezwungen, Papiere zu unterschreiben. Vor den Augen von Polizei und Unternehmensvertretern, ohne Rechtsbeistand, während Gewehre auf sie zielten.

Der Konzern scheint immun gegen Veränderungen und Kritik. Wie es aussieht, wird er von einem ausgedehnten und gut funktionierenden Netzwerk aus politischer Vetternwirtschaft und Medienkontrolle geschützt. Die Macht des Unternehmens reicht weit in die führenden politischen Kreise Malaysias und Papua-Neuguineas hinein - und umgekehrt.

Derselbe Konzern fordert von Greenpeace jetzt per Rechtsanwalt eine offizielle Entschuldigung für die veröffentlichten Fakten, die Rücknahme des Reports und eine Liste mit den Namen aller, die den Bericht erhalten haben. Greenpeace wird nichts dergleichen tun. Alle Forderungen wurden bereits schriftlich zurückgewiesen.(sit)

The Untouchables. Rimbunan Hijau's world of forest crime and political patronage (englisch, PDF 2 MB) (http://www.greenpeace.de/multimedia/download/1/398669/0/RH_Forest_Report.pdf)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

„Wir haben verhindert“

Greenpeace-Aktive porträtieren die 31 schlimmsten Klimabremser der Großen Koalition – in einer Analyse und auf dem Kühlturm eines Kohlekraftwerks.

“Wir haben es in der Hand”

In den vergangenen Tagen gab es in Teilen Deutschlands beispiellose Überflutungen. Was können wir tun, damit sich solche Bilder nicht wiederholen?

Es brennt!

Tödliche Hitze liegt über Teilen Nordamerikas. In Russland brennen Wälder. Der Jetstream, eine der Umwälzpumpen des Klimasystems, kommt ins Holpern: Es ist Zeit zu handeln!