Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Urwaldgiganten für Papier geschreddert

Für den Erhalt der bedrohten Urwälder in Tasmanien protestierten am Donnerstag 20 Greenpeace-Aktivisten in Tokio. Die Umweltschützer standen mit Bannern vor den Zentralen der Firmen Oji Paper Co. und Nippon Paper Industries Co. Die beiden japanischen Papierhersteller sind Hauptabnehmer der Holzchips, für die der einzigartige Styx-Urwald zerstört wird.

Grüne Baumblätter mit der Aufforderung Erhebe Deine Stimme gegen Oji Paper und Nippon Paper Industries! hingen an den Körpern der Aktivisten. Die Greenpeacer überreichten beiden Konzernen ein Schreiben, in dem sie den sofortigen Schutz der betroffenen Urwälder fordern. Bereits 75 Prozent der weltweit größten und ältesten Eukalytpusbäume wurden für die Papierherstellung vernichtet.

Im Mai diesen Jahres verkündete der japanische Konzern Mitsubishi Paper Mills, in Zukunft kein Holz mehr aus dem Styx"-Wald zu beziehen. Greenpeace konnte in den letzten Monaten Holzabnehmer davon überzeugen, keine Holzchips von Zulieferern zu kaufen, die in Tasmanien Urwaldzerstörung betreiben, sagt Stephen Campbell, Greenpeace-Waldexperte.

Campbell weiter:Diese multinationalen Großkonzerne übernehmen damit freiwillig die Aufgabe der australischen Regierung. Der tasmanische Urwald muss durch die australische Regierung unter Schutz gestellt werden. Laut einer Umfrage im Januar 2004 entspräche das auch dem Willen von immerhin 85,4 Prozent der Bevölkerung. Obwohl am 9. Oktober Parlamentswahlen anstehen, hat bisher keine der Parteien dazu Position bezogen. (kab)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Kontrolle ist besser

Palmöl des Konzerns Wilmar steckt in etlichen Süßigkeiten. In Zukunft will das Unternehmen garantieren können, dass seine Ware nicht aus Regenwaldzerstörung stammt – dank Technik.

Der Weihnachtsmüffel

Oh Tannenbaum, wie stinken deine Blätter: Gewächse aus gängiger Massenbaumhaltung duften meist wenig weihnachtlich. Unsere Autorin lernte, wie Weihnachtszeit mit Tannenaroma geht.

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.