Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Urwald-Protest vor Deutsche Papier

Gegen das Urwald-schädigende Geschäftsverhalten des Papiergroßhändlers Deutsche Papier VertriebsGmbH hat am Montagmorgen Greenpeace vor einer Firmenfiliale in Bensheim (Kreis Bergstraße) protestiert.

Aktivisten entrollten vor dem Werk ein vier Meter langes Transparent mit der Aufschrift: Urwaldzerstörung hat einen Namen: Deutsche Papier. Die Vertriebsgesellschaft bezieht Papier des finnischen Holzkonzerns Stora Enso, für das er die letzten Urwälder des Landes abholzt. Die Greenpeace-Aktivisten überreichten ein Schreiben, in dem die Firmenleitung aufgefordert wird, stärker auf den Urwaldschutz zu achten und verstärkt auf Recyclingpapier zu setzen. Die Geschäftsführung zeigte sich aber uneinsichtig.

Stora Enso ist der größte Papierhersteller Europas und größter Holz-Kunde des staatseigenen finnischen Forstbetriebs, der die ökologisch wertvollen Urwälder im Norden Finnlands zerstört. Die Urwaldbäume werden in den finnischen Fabriken Stora Ensos zu Papier und Zellstoff verarbeitet. In Deutschland sitzen die wichtigsten Abnehmer der finnischen Papierindustrie. Papiergroßhändler wie die Deutsche Papier, Schneider + Söhne und Papier Union vertreiben über ihre regionale Vertriebsnetze das Papier an Druckereien. Vor allem Deutsche Papier kauft bei Stora Enso Kopierpapier, aber auch renommierte Firmen wie OCE oder Canon kaufen das Papier für Teile des europäischen Marktes.

Heute existiert nur noch ein Bruchteil der einstmals großen Urwälder in Finnland. Von den verbliebenen knapp 10.000 Quadratkilometern - das entspricht ungefähr den Waldgebieten Hessens - ist bisher nur knapp die Hälfte geschützt. Die traditionellen Einwohner Nord-Finnlands, die Sami, leben von den Urwäldern. Ohne diese Wälder können sie ihre traditionelle Rentierzucht nicht mehr betreiben. Die Urwälder sind zudem Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. Über 500 verschiedene Arten sind durch die Abholzung bedroht.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.