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Greenpeace testet Diesel in sechs Bundesländern auf Palm- und Sojaölanteile

Urwald im Autotank

Wer hierzulande Auto fährt, ist unweigerlich an der Vernichtung von Urwäldern beteiligt. Grund dafür ist die Beimischung von sieben Prozent Agrodiesel in Dieselkraftstoff - der enthält nämlich Palm- und Sojaöl. Um diese Öle herzustellen, werden in Indonesien und Argentinien Urwälder gerodet und Plantagen angelegt. Greenpeace hat an 55 Tankstellen Sommerdiesel getestet. Und festgestellt, dass der Anteil von Palm- und Sojaöl im Diesel weiterhin hoch ist: 25 Prozent Sojadiesel und 10 Prozent Palmöldiesel sind demnach im beigemischten Agrosprit-Anteil. Der Rest stammt aus Raps.

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Deutsche Autofahrer müssen Urwälder tanken, sagt Corinna Hölzel, Waldexpertin von Greenpeace. Die Bundesregierung fördert die Nachfrage nach Agrosprit. 85 Prozent des Kraftstoffes sollen im Jahr 2050 aus Agrosprit gedeckt werden - das sieht das kürzlich verabschiedete Energiekonzept der Regierung vor. Greenpeace fordert die Abschaffung der gesetzlich verpflichtenden Beimischungsquote und eine Nachbesserung der Nachhaltigkeitskriterien.

Im nächsten Jahr tritt die Nachhaltigkeitsverordnung in Kraft - deren Kriterien allerdings nicht weit genug reichen. Wird Agrosprit beispielsweise außerhalb von Urwäldern angebaut, könnten die dadurch frei gewordenen Urwaldflächen der Rinderhaltung oder dem Lebensmittelanbau zum Opfer fallen. Eine solche Verordnung, die indirekte Landnutzungsänderungen und soziale Kriterien vollständig ausnimmt, ist lediglich ein grünes Feigenblatt für Unternehmer und Politiker, sagt Hölzel.

Spitzenreiter Aral und Shell

Die in Deutschland genommenen Dieselproben wurden vom unabhängigen Labor ASG Analytik analysiert. Getestet wurde in sechs Bundesländern: Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Spitzenreiter sind Aral mit 44 Prozent und Shell mit 39 Prozent Anteil von Soja- und Palmöl. Damit widerlegen die Greenpeace-Tests die Aussagen von Shell von vor einem Jahr, 80 bis 90 Prozent Raps einsetzen zu wollen. Einheimische Rohstoffe sind teurer. Die Mineralölkonzerne greifen nach billiger Ware, die Vernichtung der Urwälder nehmen sie dabei wissentlich in Kauf, so Hölzel.

In Indonesien ist die Lage besonders bedrohlich: Minütlich wird hier eine Regenwaldfläche so groß wie fünf Fußballfelder für Plantagen zerstört. Ein sofortiger Stopp für die weitere Vernichtung von Urwäldern in Plantagen ist dringend notwendig. Dramatisch wirkt sich die Zerstörung der indonesischen Torfwälder auf das globale Klima aus. Diese Wälder mit meterdicken Torfböden speichern große Mengen an Kohlenstoff. Bei Rodung und Trockenlegung gelangt der Kohlenstoff als Kohlendioxid in die Luft und beschleunigt den Klimawandel. Und nicht nur das: Auch die Heimat von bedrohten Arten wie dem Orang-Utan oder Sumatra-Tiger geht verloren.

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