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Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Kein Geld mehr für Bertin. Die Weltbank-Tochter IFC (International Finance Corporation) hat ihren 90-Millionen-Dollar-Kredit für den größten brasilianischen Rindfleischproduzenten zurückgezogen. Mit dem Geld wollte das Unternehmen weiter in den Amazonasurwald vordringen, um Weideland zu gewinnen. Zwei Wochen zuvor hatte Greenpeace enthüllt, wie die IFC in Brasilien zur Urwaldzerstörung beiträgt.

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Rinderzucht in Brasilien ist heute die weltweit größte Einzelursache für Urwaldzerstörung und trägt entscheidend zur Klimaerwärmung bei. Dass es so weit kommen konnte, hat die IFC mitzuverantworten. Sie vergibt private Darlehen, um die Wirtschaft in Entwicklungsländern zu fördern. In Brasilien hat sie ebenso wie die Regierung Lula die Fleisch- und Lederproduzenten massiv finanziell gefördert.

Der Regenwald ist ein Zufluchtsort der Artenvielfalt und spielt eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel, sagt Paulo Adario, der seit vielen Jahren für Greenpeace Brasilien die Urwaldkampagne koordiniert. Dafür dass die Bank sich selber als 'Wissensbank' porträtiert, hat sie ihre Ressourcen erstaunlich destruktiv eingesetzt.

Adario begrüßt die jetzige Entscheidung der IFC, fordert aber gleichzeitig eine Garantie für die Zukunft: Investitionen in derart schädliche Projekte dürfen nicht mehr vorkommen.

Von den zugesagten 90 Millionen für Bertin wurden 60 bereits ausgezahlt und haben ihre schädliche Wirkung entfaltet. Es wird erwartet, dass das Unternehmen diesen Betrag nun schneller als vereinbart zurückzahlen muss. Die restlichen 30 Millionen sind gestrichen. Wenigstens das.

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