Kurzfassung des PEFC-Reports von Greenpeace und der Natur-Liga Finnlands

Report-Kurzfassung: Etikettenschwindel in Finnlands Wäldern

Greenpeace und die Natur-Liga Finnlands haben im Herbst und Winter 2000/2001 PEFC zertifizierte Wälder unter die Lupe genommen. Das Ergebnis dieser Untersuchung in fünf Waldregionen Finnlands ist in dieser Studie zusammengefasst. Sie belegt, dass die Zertifizierung nach PEFC-Kriterien den Holzeinschlag in ökologisch besonders wertvollen Wäldern nicht stoppen konnte.
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Der Report deckt 55 Fälle geplanter oder bereits durchgeführter Holzfällarbeiten auf, die zur Zerstörung wertvoller Lebensräume führen. Das Abholzen von Wäldern mit besonders hohem ökologischem Schutzwert scheint unter dem Deckmantel der PEFC-Zertifizierung weiterhin zur Tagesordnung der finnischen Forstwirtschaft zu gehören. Konflikte zwischen Indigenen und den Vertretern der Forstwirtschaft bleiben ungelöst. Es wird deutlich, dass die Einhaltung sozialer Kriterien durch den PEFC nicht gewährleistet wird. In dieser Kurzfassung werden drei Beispiele angeführt.

Urwald in Gefahr

95 Prozent der finnischen Wälder sind bereits gemäß den Richtlinien des FFCS (Finnish Forest Certification System) zertifiziert. Der FFCS ist dem PEFC (Pan European Forest Certification) angeschlossen. Mehrere finnische Firmen haben bereits das Recht erworben, das PEFC-Logo für ihre Produkte zu nutzen.

Der finnische Zertifizierungsrat sagt aus, dass die dem PEFC angeschlossene finnische Zertifizierung unvoreingenommen und verlässlich die nachhaltige Bewirtschaftung von Finnlands Wäldern und Waldökosystemen gewährleistet.

Das klingt gut, entspricht jedoch leider nicht der Wahrheit. Daher wird der PEFC von keiner der großen Umweltorganisationen unterstützt.

Drei Beispiele:

  • Mulkovuoren Lautasua, Längelmäki: Hier ist der Einschlag in ökologisch wertvollen Wäldern erlaubt, die Bedrohung seltener Arten wird ignoriert. Damit werden die Artikel 10, 20 und 28 der FFCS-Kriterien verletzt: Schlüssel-Biotope werden nicht geschützt und im Januar 2000 wurde ein privates Feuchtgebiet mit hohem botanischen Schutzwert entwässert. Ein Bach wurde durch die Entwässerung ebenso zerstört wie der Lebensraum zweier regional bedrohter Pflanzen. Der Zwergschnäpper und der Dreizehenspecht verloren ebenfalls ihre Heimat.
  • Karsikkojärvi, Kuivajärvi, Suomussalmi: Hier sollen über 40 Hektar Urwald kahlgeschlagen werden, ein Teil der Holzfällarbeiten wurde bereits im Oktober 2000 durchgeführt. Der Rest soll im Winter 2000/2001 eingeschlagen werden, obwohl das Gebiet als landschaftlich besonders wertvoll gilt. Während die Bevölkerung einen offiziellen Antrag zur Aufnahme des Gebiets in den geplanten Kalevala Park vorbereitete, schlug die Forst- und Parkverwaltung Teile des Urwaldes kahl.
  • Kessi, Paatsjoki Rentier-Kooperative: Hier wurde der Einschlag im Urwald genehmigt, es gibt konkrete Einschlagspläne für die Zukunft. Dabei wird der Artikel 36 der FFCS Kriterien verletzt: Der Schutz der traditionellen Lebensweise und Kultur der Sámi ist nicht gewährleistet. Obwohl die Kooperative der Rentierzüchter und andere Nutzer des Waldes seit Jahren protestieren, lässt die staatliche Forst- und Parkverwaltung weiter einschlagen. Es gibt sogar Pläne, in einem Wildschutz-Areal Bäume zu fällen. Im Herbst 2000 begann die Verwaltung eine Straße zu bauen, ohne die Rentierzüchter hierzu zu konsultieren.

Fazit:

  • Die vagen ökologischen und sozialen Kriterien des FFCS/PEFC haben bisher keine Veränderung in Richtung einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder gebracht.Das PEFC-Siegel ist kein Nachweis für eine ökologisch und sozial nachhaltige Forstwirtschaft und somit Etikettenschwindel.
  • Die zunehmende Verbreitung des PEFC-Siegels ist gefährlich und führt zu einer unveränderten Vernichtung der finnischen

    Waldökosysteme. Die Zerstörung der finnischen Urwälder findet unter dem Deckmantel der PEFC-Zertifizierung weiter statt.

  • Greenpeace und die Natur-Liga Finnlands können ökologisch verantwortungsbewussten Unternehmen und Verbrauchern Produkte mit dem PEFC-Label nicht empfehlen.

Finnland spielt auf dem Weltpapier- und Holzmarkt mit 15 Prozent Marktanteil eine bedeutende Rolle. Die Hauptimporteure der finnischen Forstprodukte sind Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Spanien und die Niederlande. Deutschland steht als einer der Hauptimporteure in internationaler Verantwortung.

Greenpeace fordert:

  • Kein Handel mit Holz und Holzprodukten aus Urwald-Raubbau.
  • Weltweit eine ökologisch und sozial nachhaltige Waldnutzung. Das FSC-Siegel ist derzeit international der einzige Nachweis für einen ökologisch und sozial verantwortungsvollen Umgang mit dem Ökosystem Wald.
  • Eine Änderung der Einkaufspolitik und vollständige Umstellung auf Holz aus FSC-zertifizierten Betrieben
  • Waldbewirtschaftung nach FSC-Kriterien und Kennzeichnung von Ökoholz und Ökoholzprodukten mit dem FSC-Gütesiegel.

V.i.S.d.P.: Sandra Pfotenhauer, Stand: 1/2001

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