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Italien soll sich für Urwald stark machen

Das Veneta Legnami-Sägewerk in der norditalienischen Stadt Carbonera ist am Montagmorgen das Ziel von Greenpeace-Aktivisten gewesen. Sie protestierten gegen die Verarbeitung von Holz aus Regenwäldern im Kongobecken, das dort in großer Menge angeliefert wird. Die Aktivisten bestiegen das Dach des Sägewerkes und spannten Banner mit den Aufschriften Rettet die Urwälder und Urwald-Verbrechen.

Italien übernimmt ab Dienstag die Ratspräsidentschaft in der EU. Unser Land sollte diese wichtige Gelegenheit nutzen, um den Holzhandel auf Vordermann zu bringen, forderte Sergio Baffoni von Greenpeace Italien. Die EU-Regierungen sollten nur Holz einsetzen, das aus zertifiziert bewirtschafteten Wäldern stammt. Sie sind aufgerufen, mit Hilfe einer neuen EU-Gesetzgebung dem Handel mit illegal geschlagenem Holz einen Riegel vorzuschieben.

Die Aktion in Italien ist die jüngste in einer ganzen Serie, die in ganz Europa stattfinden. Sie haben das Ende des Handels mit Holz aus Urwaldzerstörung überall in Europa zum Ziel. Außerdem soll der Handel mit Holz, das illegal in europäischen Urwäldern geschlagen wurde, verboten werden. Bei einer dieser Aktionen ist vor über zwei Wochen auch das Greenpeace-Flaggschiff, die Rainbow Warrior, vor Valencia eingesetzt und von den spanischen Behörden beschlagnahmt worden. Bis heute ist das Schiff nicht freigegeben worden, obwohl es nur an einer friedlichen Protestaktion teilgenommen hat. Madrid verlangt erst die Zahlung eines Bußgelds in Höhe von 300.000 Euro.

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