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Trittin legt Urwaldschutzgesetz vor

Die Bundesregierung hat ein Urwaldschutzgesetz vorgelegt, das die Urwälder wirksam schützen könnte. Das Gesetz soll Besitz und Vermarktung von Holz und Papier aus illegaler Urwaldzerstörung verbieten. Das betrifft alle, die mit Holz oder Holzprodukten, auch Papier, Geschäfte machen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat den Entwurf am Dienstag in Berlin vorgestellt. Hier ein Kommentar unseres Waldexperten Martin Kaiser:

Der Entwurf hat das Zeug dazu, die Kettensägen im Urwald zu stoppen. Das rettet vom Aussterben bedrohte Tierarten in den letzten Urwäldern unseres Planeten und Arbeitsplätze in der deutschen Forst- und Holzindustrie. Denn mit dem Urwaldschutzgesetz könnte die Bundesregierung Holz aus ökologischer und sozial gerechter Waldwirtschaft einen notwendigen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Billigimporte aus krimineller Urwaldabholzung wären Geschichte.

Jetzt müssen Handel und Industrie ihre jahrelange Blockade einer gesetzlichen Regelung aufgeben. Denn die bisherigen Bemühungen, auf internationaler oder EU-Ebene den Handel mit Holz aus illegalen Quellen über freiwillige Instrumente zu unterbinden, sind alle unzureichend. Bereits 1997 wurde dem Handel mit illegalem Holz von den G7-Staaten erstmals der Kampf angesagt. Seitdem sind acht Jahre ohne Erfolg vergangen, in denen Urwälder auf einer Fläche zerstört wurden - so groß wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen.

Aber auch ökonomisch ist tatenloses Warten fatal: Die Weltbank hat erst kürzlich kritisiert, dass der Volkswirtschaft in den Erzeugerländern immer noch 10 bis 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr durch illegalen Holzeinschlag verloren gehen.

 

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