Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

StoraEnso will Urwald-Raubbau fortsetzen

Rund zehn Aktivisten von Greenpeace und der schwedischen Naturschutzvereinigung Fältbiologerna haben am Dienstag vor dem schwedischen Umweltministerium gegen den fortgesetzten Raubbau an Urwäldern protestiert. Auf einer meterhohen Sanduhr war zu lesen Die Zeit vergeht, der Wald verschwindet. Die Aktivisten übergaben der Umweltministerin Lena Sommestad die Sanduhr und einen gemeinsamen Untersuchungsbericht.

Hintergrund der Aktion: Der Holzkonzern StoraEnso hatte beantragt, Holz in Torsby/Värmland abholzen zu dürfen. Der jetzt vorgelegte Bericht belegt jedoch, dass dieser Wald zu 15 Prozent aus Urwald besteht.Hier wird deutlich, dass die Abholzung von Urwald in großem Maßstab betrieben wird, sind sich Patrik Eriksson von Greenpeace und Mirjam Lööf von Fältbiologerna einig. Sie fordern die schwedische Regierung auf, den Raubbau an Urwäldern schnell zu stoppen.

Über 2100 Arten, die im Wald beheimatet sind, seien heutzutage vom Aussterben bedroht. Das liege vor allem an der intensiven Abholzung der Urwälder. Denn der Lebensraum vieler dieser Arten sind abgestorbene Bäume und dichtes Unterholz - wesentliches Merkmal eines Urwaldes. Schweden hat neben anderem die EU-Konvention zur biologischen Artenvielfalt unterzeichnet. Handelt die Regierung nicht, wenn Holzkonzerne Urwälder abholzen und damit im Wald beheimatete Arten gefährden, verstößt Schweden gegen die Konvention.

Bisher, so Eriksson, sei nur ein Prozent des schwedischen Waldes gesetzlich geschützt. Angesichts der schwindenden Artenvielfalt forden Greenpeace und Fältbiologerna daher vom Umweltministerium, alle schwedischen Urwälder zu schützen.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Eye On The Taiga

Wie die angeblich "nachhaltige Forstwirtschaft" der Industrie in Russland die großen Wälder des Nordens zerstört. (Englischsprachiger Report.)

Mehr zum Thema

Alle Maschinen auf Stopp

Seit Jahren kämpft Greenpeace für den Schutz des Bialowieza-Urwalds in Polen, nun der Erfolg: Der Europäische Gerichtshof entschied, dass die Abholzungen in dem Wald illegal waren.

Macht der Einbildung

Ein Greenpeace-Report aus Brasilien zeigt, wie fiktive Baumbestände, von der Industrie ausgedacht, illegalen Holzhandel verdecken. Ein Systemfehler, der das Amazonasgebiet bedroht.

Mit dem Leben bezahlt

Holz aus dem Amazonas ist begehrt – so sehr, dass Firmen dafür buchstäblich über Leichen gehen. Ein aktueller Greenpeace-Report zeigt: Das blutige Holz landet sogar in Deutschland.