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Stoppt die Holz-Mafia! Ein Appell

Die Europäische Union ist der größte Importeur von Holz weltweit. Schätzungsweise die Hälfte der Importe aber stammt aus illegalem Holzeinschlag. Das entspricht einem Wert von 1,2 Milliarden Euro jährlich. Ein großer Teil davon fließt nach Deutschland. Mehr als dreißig Organisationen, darunter auch Greenpeace, haben deshalb am Montag gemeinsam an die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag appelliert, den Import illegaler Hölzer endlich zu verbieten.

Neben dem legalisierten Raubbau ist illegaler Holzeinschlag und -handel eine der Hauptursachen für die Zerstörung der Urwälder. Schätzungen der Weltbank zufolge werden den Herkunftsländern durch die illegalen Machenschaften jährlich 10 bis 15 Milliarden Euro an Steuereinnahmen vorenthalten. Holz aus Indonesien beispielsweise wird zu 70 Prozent als illegal eingestuft. In Brasilien sind es mehr als 80, in Nordwestrussland 25 Prozent.

Der groß angelegte Raub zerstört riesige Waldgebiete, bedroht die Artenvielfalt und vernichtet die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Repressionen sind an der Tagesordnung. Vielerorts haben sich längst mafiose Strukturen etabliert. Umweltschützer, die der Holzmafia in die Quere kommen, sind ihres Lebens nicht mehr sicher.

Die Europäische Kommission hat den EU-Mitgliedsstaaten im Mai 2003 einen Aktionsplan vorgelegt, mit dem sie illegalen Holzeinschlag und Handel bekämpfen will. Dieser Plan ist völlig unzureichend. Die Unterzeichner des Appells fordern die Bundesregierung auf, sowohl in Deutschland als auch auf EU-Ebene für drastische Maßnahmen gegen die Holzkriminalität zu sorgen.

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