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Erfolg für Greenpeace und deutsche Verleger: Nordfinnlands Urwald ist geschützt

1500 Quadratkilometer Urwald freuen sich in Finnland über den Abschied von Kettensägen und Papierindustrie! Die dürfen das kostbare Waldgebiet seit heute nämlich nicht mehr anrühren. Das finnische Forstamt in Helsinki und die Ureinwohner der Region - die Saami - unterzeichneten den entsprechenden Vertrag.

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Die Konflikte mit der finnischen Holzindustrie waren hart und wir freuen uns, dass es nun eine Einigung gibt und sich unser langjähriges Engagement ausgezahlt hat, sagt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace. Seit zehn Jahren setzt Greenpeace sich als unabahängige Umweltschutzorganissation für ein Schutzgebiet in Finnald ein. Ebenso große deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverlage wie Burda, Bauer, Axel Springer, Spiegel oder Gruner und Jahr - Finnlands wichtigste Papierkunden. Knapp 20 Prozent des Papiers und ein Drittel der Zellstoffexporte aus Finnland sind für den deutschen Markt bestimmt.

Gewinn für die Saami

Vor allem für die traditionellen Rentierzüchter - die Saami - ist der Vertrag ein Erfolg: Die Züchter brauchen die Urwälder, um im Winter ausreichend Nahrung für ihre Tiere zu finden. Eine Fläche in der sechsfachen Größe des Nationalparks Bayerischer Wald ist jetzt für mindestens 20 Jahre sicher. Für die Saami und die Umwelt ist der Vertrag von Helsinki ein riesengroßer Erfolg, sagt Salge. Der Vertrag sichert einen seit 2005 bestehenden Stopp der Waldzerstörung rechtlich ab. Damals hatten die finnischen Behörden nach Protesten von Verlagen, Umweltschützern und der UNO das Fällen von Bäumen in einigen Gebieten der Saami vorübergehend eingestellt.

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