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Schutz für argentinisches Urwaldgebiet?

Das Naturreservat von General Pizarro im Norden Argentiniens hat seit Donnerstag bessere Aussichten auf seinen Erhalt und damit das Überleben verschiedener bedrohter Arten. Das von der Ausbreitung von Gen-Sojafeldern bedrohte Schutzgebiet ohne Schutzstatus könnte zum Nationalpark werden. Der argentinische Präsident Nestor Kirchner kündigte in einem Gespräch mit Vertretern der Wichi Indianer, Prominenten und Greenpeace am Donnerstag an, sich dafür einzusetzen.

Gemeinsam mit einer Reihe von Fernsehstars waren am Donnerstag morgen die Wichi, Greenpeace und zwei weitere Umweltorganisationen vor dem Regierungssitz in Buenos Aires aufmarschiert, um eine Petition an Präsident Kirchner zu übergeben und um Schutz für das Reservat zu bitten. Zur Überraschung aller empfing Kirchner die Abordnung tatsächlich.

Dazu dürfte beigetragen haben, dass in wenigen Wochen Kongresswahlen stattfinden und am Montag sogar das Fußballidol Diego Maradona in seiner Fernsehsendung für den Schutz des Gebiets plädiert hatte. Wir wollen nicht immer wieder die amerikanischen Filme sehen, in denen die Weißen die Indianer ermorden, gab Maradona der Abordnung als Nachricht für Kirchner mit. Wer ihnen das Land wegnimmt, der bringt unsere Indianer um. Weder ich noch das argentinische Volk will, dass das geschieht.

Das Reservat von General Pizarro war als Schutzgebiet der Provinz Salta eingetragen. Trotzdem verkaufte es die Regierung der Provinz an zwei Unternehmen, die den Urwald abholzen und in Sojafelder verwandeln wollen. Dagegen wehren sich die dort lebenden Wichi zusammen mit Greenpeace seit Jahren. Mehrfach hatten sie an den Präsidenten appelliert, das Gebiet zum Nationalpark zu erklären.

Nach dem Einsatz von Maradona und den anderen Stars kommt nun endlich Bewegung in die Sache. Präsident Kirchner versprach den Häuptlingen der Wichi nicht mit Worten zu antworten, sondern mit Taten - und das schon in der kommenden Woche. Hoffentlich ist in Argentinien nicht bloß Wahlkampf.

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