Wald in Deutschland

Schlimme Waldschäden

Der aktuelle Waldzustandsbericht zeigt: Die Wälder in Deutschland sind massiv geschädigt. Die Ergebnisse gehören zu den schlechtesten seit Beginn der Erhebungen 1984.

  • /

Fakt ist: Den Wäldern in Deutschland geht es schlecht. Das geht auch aus dem aktuellen Waldzustandsbericht hervor, den Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) diese Woche in Berlin vorstellte. Dass die Wälder in Deutschland in einem dramatischen Zustand sind, ist seit Jahren bekannt, doch nun wird es mehr und mehr sichtbar. 

Eine Waldwende ist dringend nötig. "Den Wäldern geht es immer schlechter, aber sie werden einfach so weiter bewirtschaftet, als ob nichts wäre“, sagt Sandra Hieke, Waldexpertin bei Greenpeace. “Forstwirt:innen schlagen in den letzten alten Laubwälder weiter ein. Für das Räumen der kahlen Flächen befahren sie den Boden mit schweren Maschinen und schädigen den Wald dabei erheblich.”

Es gibt kaum noch naturnahe Wälder in Deutschland. Doch gerade die sind für die Artenvielfalt und das Klima wichtig. Um die Wälder zu unseren Verbündeten beim Klimaschutz zu machen, muss man sich bei ihrer Bewirtschaftung an den natürlichen Abläufen orientieren. Dann entwickeln sich Waldstrukturen, die der ursprünglichen Natur immer ähnlicher sind. Sie können Dürren, Stürmen und anderen Wetterextremen wieder besser standhalten - und das ist in der Klimakrise dringend nötig. Dass Wälder wieder naturnaher werden können, wenn man sie ökologisch verträglich bewirtschaftet, zeigen die Stadtwälder Lübeck und Göttingen, die dies bereits seit Jahrzehnten umsetzen.

Jetzt leidet auch die Buche

Die intensive Bewirtschaftung der Wälder macht inzwischen auch der Buche zu schaffen: Sie kommt nicht besonders gut mit Hitze und der damit einhergehenden Trockenheit zurecht. Je stärker Buchenwälder eingeschlagen werden, desto leichter trocknen sie aus. “Genau hier muss die Bundesregierung handeln. Genauer gesagt: Neben einer ökologischen Waldbewirtschaftung muss sich Julia Klöckner auch für mehr Schutzgebiete ohne industriellen Holzeinschlag einsetzen”, fordert Hieke.

Zwar stellt die Bundesregierung 1,5 Milliarden Euro bereit, um dem Wald zu helfen – doch weitestgehend für “business as usual”. An Kriterien, die dazu führen, dass unsere Wälder wieder naturnäher werden, ist die Summe nicht gebunden. “Bis das geschehen ist, muss es einen Einschlagstopp geben. Ansonsten werden auch in der Zukunft die Berichte der Bundesregierung weiter dramatisch ausfallen", fasst Hieke zusammen.

Damit die Wälder sich wieder erholen können, können alle etwas tun: Recyclingpapier verwenden, Verpackungen auch aus Papier vermeiden und auf langlebige Holzprodukte setzen sind beispielsweise sinnvolle Ansätze. Mehr Tipps für einen bewussteren Umgang mit Holzprodukten gibt es hier.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Nachhaltig irreführend

Wie Unternehmen durch vermeintliche Nachhaltigkeitslabel Verbraucher:innen in die Irre führen, zeigt Greenpeace in einer heute veröffentlichten Studie.

ERKLÄRUNG

Schockiert von der Naturzerstörung und besorgt um die Sicherheit der Aktiven, stellen wir uns gegen eine zukunftsfeindliche Verkehrspolitik und zeigen: Der Widerstand ist breit.

Bayerische Wildnis

„Es war bitterkalt“, erinnert Oppermann die Aktion im Spessart. Für den Waldschutz arbeitet er ehrenamtlich. Was bedeutet ihm der Beschluss Bayerns, 58.000 Hektar zu schützen?