Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Rot-Grün will Urwälder schützen

SPD und Grüne haben am Donnerstag im deutschen Bundestag einen Entschließungsantrag zum Schutz der tropischen und nordischen Urwälder eingebracht. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, den Import von illegal geschlagenem oder gehandeltem Holz zu unterbinden. Den Antrag kommentiert Sandra Pfotenhauer, Greenpeace-Waldexpertin:

Greenpeace begrüßt den Antrag der rot-grünen Bundestagsfraktionen, die Einfuhr von illegal eingeschlagenem Urwaldholz gesetzlich zu verbieten. In den weltweit letzten Urwäldern geht wenig mit rechten Dingen zu. Skrupellose Holzfirmen schlagen illegal ein, verkaufen illegal Holz ins Ausland, fälschen Ausfuhrpapiere. Doch in den Häfen Europas kommen alle paar Tage riesige Frachter voller Urwaldholz - legal! - an.

Deutschland täte gut daran, endlich alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, der Holzmafia das Handwerk zu legen. In dem Antrag taucht das auf, was Greenpeace seit langem fordert. Die Holzmafia muss im eigenen Geldbeutel spüren, dass es für illegal geschlagenes Holz keinen Markt gibt. Menschen, die im und vom Urwald leben, aber auch bedrohte Tiere wie Orang-Utan, Gorilla oder der sibirische Tiger werden es danken.

Mit einem Handelsverbot von illegal geschlagenem Holz wäre Deutschland Vorreiter im Urwaldschutz und bei der Umsetzung der UN-Konvention über Biologische Vielfalt. Diese fordert, den dramatischen Schwund von Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensräume bis 2010 deutlich zu reduzieren. Aber auch heimische Forstbetriebe, die ihre Wälder nach FSC-Standard ökologisch bewirtschaften, könnten sich freuen. Denn sie würden durch die Billigimporte von Raubbauholz nicht länger benachteiligt.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Factsheet: Palmöl aus Indonesien

Palmöl steckt in etwa jedem zweiten Produkt, das man im Supermarkt kaufen kann. Das fettige Gold findet sich in zahlreichen Haushalts- und Pflegemitteln, in Seifen und Kerzen. Doch die Produktion dieses Alleskönners hat einen hohen Preis.

Mehr zum Thema

Indigene in Gefahr

Greenpeace dokumentiert die Rodung im Amazonas in Brasilien. Die Zerstörung in Indigenen-Gebieten hat um 60 Prozent zugenommen. Besonders betroffen ist das Land der Ituna-Itatá.

„Dramatische Lage in Manaus“

In Brasiliens Urwaldstadt Manaus sterben die Menschen wie die Fliegen, der Amazonas wird trotzdem gerodet. Naturschützer Thomas Gernot gibt Einblicke in ein verzweifeltes Land.

Gen-Soja gegen Gürteltier

Der Cerrado ist die artenreichste Savanne der Welt. Noch. Denn riesige Agrarbetriebe zerstören das brasilianische Ökosystem für ihre Profite, zeigt ein neuer Greenpeace-Report.