Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Rettung in Sicht für Tasmaniens Urwälder

Einen großen Erfolg können Greenpeace und die australische Wilderness Society verbuchen: Der japanische Konzern Mitsubishi Paper Mills hat schriftlich zugesagt, die Holzschnipsel für sein Papier demnächst nur noch aus Plantagen und weniger schützenswerten Wäldern zu beziehen. Bislang kauft Mitsubishi das Holz bei dem Unternehmen Gunns Ltd., das für die Zerstörung der tasmanischen Urwälder bekannt ist.

In dem Schreiben heißt es: Wir möchten klarstellen, dass wir zerstörerischen Einschlag in den tasmanischen alten Wäldern oder Wäldern mit hohem Schutzwert nicht stillschweigend hinnehmen. Vorangegangen war ein Brief von Greenpeace Japan und der Wilderness Society an die großen japanischen Papierproduzenten mit der Forderung, kein Holz aus tasmanischen Wäldern mehr zu kaufen.

In Tasmanien werden über 400 Jahre alte und bis zu 85 Meter hohe Eukalyptusbäume zerschreddert, um zu Papier verarbeitet zu werden. Drei Viertel des einzigartigen Waldes sind bereits zerstört. Die verantwortliche Firma Gunns Ltd. exportiert jährlich mehr als fünf Millionen Tonnen Holzchips, überwiegend an japanische Papiermühlen wie Mitsubishi.

Greenpeace und die Wilderness Society hatten weltweit Aufmerksamkeit auf diesen Missstand gelenkt, als sie im November 2003 in 65 Metern Höhe auf einem alten Eukalyptusbaum eine Schutzstation errichteten. Von November 2003 bis April 2004 harrten Aktivistinnen und Aktivisten beider Organisationen dort aus.

Erfahrungsberichte aus luftiger Höhe finden Sie neben anderen Beiträgen in unserem CBD-Waldtagebuch: Teil 1 und Teil 2.

 

Weiterführende Publikationen zum Thema

Factsheet: Palmöl aus Indonesien

Palmöl steckt in etwa jedem zweiten Produkt, das man im Supermarkt kaufen kann. Das fettige Gold findet sich in zahlreichen Haushalts- und Pflegemitteln, in Seifen und Kerzen. Doch die Produktion dieses Alleskönners hat einen hohen Preis.

Mehr zum Thema

Augen auf den Amazonas

Der Regierungswechsel in Brasilien bringt viel Veränderung – aber nicht zum Guten. Greenpeace-Experte Oliver Salge erläutert die Folgen für Indigene und den Regenwald.

Kontrolle ist besser

Palmöl des Konzerns Wilmar steckt in etlichen Süßigkeiten. In Zukunft will das Unternehmen garantieren können, dass seine Ware nicht aus Regenwaldzerstörung stammt – dank Technik.

Alle Maschinen auf Stopp

Seit Jahren kämpft Greenpeace für den Schutz des Bialowieza-Urwalds in Polen, nun der Erfolg: Der Europäische Gerichtshof entschied, dass die Abholzungen in dem Wald illegal waren.