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Regenwälder Südostasiens vor dem Exitus

Rund zwei Millionen Hektar Regenwald, das entspricht der Fläche Hessens, werden in Indonesien jedes Jahr vernichtet. Verantwortlich für den oft illegalen Kahlschlag sind die Holz-, Zellstoff- und Palmölindustrie. Anhaltende Wirtschaftskrisen, Korruption, hohe Arbeitslosigkeit und starkes Bevölkerungswachstum führen dazu, dass der Regenwald immer stärker gerodet wird.

Die ärmeren Länder, wie Indonesien, Laos und die Phillipinen, nutzen die Erlöse, um fehlende Einnahmequellen aus anderen Industriezweigen auszugleichen. Bestehende Gesetze zum Schutz der Urwälder werden nicht ernsthaft amgewandt. Kurzfristige wirtschaftliche Lösungen machen eine nachhaltige Bewirtschaftung unmöglich.

Über 60 Prozent der indonesischen Urwälder, Heimat für mehr als zwei Drittel der landlebenden Tier- und Pflanzenarten, sind bereits zerstört. Laut einer Studie des World Wide Fund of Nature (WWF) werden bis zum Jahr 2020 etwa drei Millionen Hektar Wald für neue Palmöl-Plantagen zerstört sein. Auch die Geschwindigkeit der Vernichtung hat sich in den letzten Jahren erhöht. Die weitverbreitete Korruption ermöglicht es den Unternehmen, den Baumbestand auch in geschützten Naturparks zu dezimieren.

In Thailand und den Phillipinen ist bereits der Großteil der ehemals riesigen Waldgebiete abgeholzt. Vor 100 Jahren waren noch 85 Prozent der Fläche Thailands mit Wald bedeckt, heute ist es nur noch ein Viertel des Landes. Auf den Phillipinen liegen die verbliebenen Reste in unzugänglichen Gebieten. Gerade nachgewachsene Bestände in ehemaligen Einschlagsgegenden fallen deshalb neuerlichen Rodungen zum Opfer und machen eine Erholung des artenreichen Ökosystems unmöglich.

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