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Protest gegen Urwaldvernichtung vor finnischer Botschaft

Sonst findet Urwaldzerstörung weit weg von Deutschland statt, doch am Mittwoch konnte man ihre Folgen in Berlin sehen: Vor die finnische Botschaft haben Greenpeace-Aktivisten 15 Kubikmeter Astwerk aus einem abgeholzten finnischen Urwald gestapelt, um gegen die Vernichtung der letzten Urwälder zu protestieren. Auf Transparenten forderten sie: Schützt Finnlands Urwälder - kein Papier und Holz aus Urwaldzerstörung.

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Hintergrund der Aktion: seit Anfang Oktober lässt die finnische Regierung die letzten Urwälder im Norden des Landes weiter abholzen. Deutschland ist wichtigster Abnehmer des aus diesem Urwaldholz hergestellten Papiers.

Was in Lappland geschieht, ist ein Verbrechen, erklärt Greenpeace-Waldexperte Oliver Salge. Mit den letzten Urwäldern werden nicht nur zahlreiche Pflanzen- und Tierarten vernichtet - die dort lebenden Ureinwohner, die Sami, verlieren zudem ihren Lebensraum.

Greenpeace fordert von der finnischen Regierung, keine Urwälder mehr abzuholzen. Außerdem soll sie die Verhandlungen mit den Sami zur Lösung des Konfliktes wieder aufnehmen.

Forstamt nutzt finnisches Recht als Waffe

Nach einer Klage der Sami hatte ein Gericht in Lappland im Oktober eine Verfügung erlassen mit der Aufforderung an das staatliche finnische Forstamt, den Urwald während des über viele Jahre laufenden Gerichtsprozesses nicht weiter abzuholzen. Das Forstamt schlägt jedoch so lange weiter ein, bis die klagenden Sami eine Art Kaution hinterlegt haben. Diese Kaution kann das Forstamt nach finnischem Recht als Vorab-Schadensersatz einfordern, um mögliche Verluste aus der Einstellung des Einschlags zu kompensieren.

Die geforderte Summe beläuft sich auf eine Million Euro, die die Rentierzüchter niemals aufbringen können. Die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen hat das Vorgehen am Dienstag verurteilt und die finnische Regierung aufgefordert, den Einschlag zu stoppen. Doch der Einschlag geht weiter.

Völlig unberücksichtigt bleibt dabei, dass für viele Sami in Nordfinnland die traditionelle Rentierhaltung mit frei umherziehenden Herden die wichtigste Lebensgrundlage und Teil ihrer kulturellen Identität ist. Die Rentiere sind im Winter auf Baumflechten als Futter angewiesen, die nur in den Urwäldern in ausreichender Menge wachsen. Außerdem haben Greenpeace-Untersuchungen ergeben, dass der Einschlag im Urwald sogar gesetzlich geschützte Arten bedroht, wie seltene Baumpilze.

Finnischer Urwald stirbt für deutsches Papier

Der finnische Papierhersteller Stora Enso ist der größte Holz-Abnehmer des staatlichen Forstamtes und verarbeitet den Urwald zu Zellstoff und Papier. Nach wie vor verzichtet der Papierkonzern nicht auf das Holz aus Urwaldzerstörung. Mit 1,7 Millionen Tonnen jährlich sind deutsche Kunden Finnlands wichtigste Papierkäufer. Hier verarbeiten sie das Papier zu Zeitschriften, Kopierpapier oder Katalogen.

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