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Pizarro-Station im argentinischen Urwald eröffnet

Eine neue Runde im Kampf um die Bewahrung des argentinischen Urwalds hat Greenpeace am Sonntag im Pizarro-Reservat in der nördlichen Provinz Salta eröffnet. Dort wurde die Pizarro-Station ins Leben gerufen. Von dieser Basisstation aus wollen Greenpeacer in den nächsten Tagen die Zerstörung des Urwaldes stoppen. Dazu wurden sie von den Wichi-Indianern in einer Zeremonie zu Kriegern des Landes geweiht. Diese Ehre ist noch nie zuvor Menschen aus westlichen Industrieländern zuteil geworden.

Die Greenpeace-Aktivisten fuhren zur Zeremonie in ihrer Arbeitskleidung. Sie trugen Motorradschutzkleidung im Jaguar-Look und auch ihre Motorräder waren wie Jaguare gemustert. Deshalb werden die Aktivisten auch Jaguare genannt. Auf ihren Motorrädern werden sie in den kommenden Wochen den Urwald durchkreuzen, auf der Suche nach Bulldozern und anderem Gerät, das den Urwald zerstört. Ihr Ziel ist es, diese illegale Zerstörung zu stoppen. Die Kahlschlagflächen dienen so genannten Soja-Baronen als billige Anbaufläche für ihre oft genmanipulierte Soja. Das Schicksal der Pflanzen, Tiere und Indigenen interessiert sie dabei nicht.

Unter den Greenpeacern befand sich auch Rex Weyler, einer der Mitbegründer von Greenpeace vor rund 34 Jahren. Es ist eine große Ehre für mich, bei dieser Kampagne mitzuhelfen. Ich habe bei Greenpeace in den 70er Jahren gearbeitet. Auf den Schiffen, um die Wale oder die Robben zu retten, um Atombombenversuche zu stoppen und um diese internationale Umweltschutzorganisation voranzubringen. Ich bin nach Argentinien gekommen, weil die Geisteshaltung hinter dieser Kampagne genau die gleiche ist, wie seit Beginn von Greenpeace. Früher, auf dem Pazifik, nutzten wir Schlauchboote gegen die Walfänger. Hier in Argentinien sind es Motorräder, sozusagen die Schlauchboote des Urwaldes, um die Bulldozer zu stoppen.

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