Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Papierriese macht Urwaldschutz zunichte

Ob Becher, Taschentücher oder Photokopien - internationale Firmen wie Walmart oder Kentucky Fried Chicken (KFC) decken ihren Papierbedarf mit Produkten aus Indonesien. Der Lieferant heißt APP und ist kein Unbekannter: Asian Pulp and Paper ist eine Tochterfirma des berüchtigten Palmölgiganten Sinar Mas, dem Greenpeace schon oft illegale Regenwaldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen nachweisen konnte.

  • /

Der Greenpeace-Report How Sinar Mas is Pulping the Planet (Wie Sinar Mas den Planeten zerstört) deckt die illegalen Geschäftspraktiken des indonesischen Konzerns auf. APP (Asia Pulp and Paper) sorgt auf der Insel Sumatra für eine ökologische Verwüstung höchsten Grades: Die Waldlandschaft Bukit Tigapuluh bietet als einer der letzten Zufluchtsorte Schutz für den Sumatra-Tiger und die Orang-Utans. Die Region Kerumutan bedecken Torfböden von teilweise über drei Metern Tiefe, deren industrielle Austrocknung massive Kohlenstoff-Emissionen zur Folge hat.

Laut indonesischem Gesetz ist die Arbeit auf diesen Torfböden illegal - das kümmert APP scheinbar wenig. Die Nummer eins in der indonesischen Papierbranche wandelt die Urwälder in Akazien-Monokulturen um und verarbeitet das Holz in ihrer Zellstoff-Fabrik auf Sumatra. Die Produkte aus Urwaldzerstörung gelangen anschließend auch nach Europa.

Indonesien hat ehrgeizige Pläne und strebt bis zum Jahr 2020 eine Reduzierung seines Treibhausgas-Ausstoßes um 41 Prozent an. Präsident Yudyohono erließ deshalb erst kürzlich ein Moratorium auf die Umwandlung von Torfwäldern und Wäldern, denn rund ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen geht auf das Konto der industriellen Urwaldabholzung zurück. Solange das Moratorium nur für zukünftige Lizenzen gilt, können Firmen wie APP weiterhin Urwald- und Torfmoore vernichten, die bereits zur Abholzung vorgesehen sind.

Die ersten Erfolge

Greenpeace hat in den letzten Jahren wiederholt die zerstörerischen und illegalen Praktiken von Sinar Mas ans Licht gebracht und damit große Wirtschaftsunternehmen überzeugt. Unilever, Kraft und Nestle haben nach Greenpeace-Kampagnen ihre Geschäftsverbindungen zu Sinar Mas gekappt.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.