Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Negative Irakkriegsfolgen für den Regenwald

Wegen der stetig ansteigenden Kosten, die der Wiederaufbau des kriegszerstörten Iraks verursacht, wird die britische Regierung ihre finanzielle Unterstützung von Schutzprogrammen für den Amazonas-Regenwald kürzen.

Das Ministerium für Internationale Entwicklung in London teilte auf die Anfrage eines Abgeordneten mit, dass es seine Hilfe für Amazonien-Projekte herunterfahre. Das berichtete am Mittwoch die britische Tageszeitung Independent. Umweltschützer fürchten, dass die Kürzung der 23 Millionen Euro Beteiligung an internationalen Anstrengungen zum Erhalt Amazoniens nun zu weiteren ökologischen und kulturellen Zerstörungen führen wird.

Der Spar-Schritt erfolgte, nachdem London entschieden hatte, rund 775 Millionen Euro in den Wiederaufbau im Irak fließen zu lassen. Ein Parlamentsabgeordneter forderte daraufhin das Umweltministerium (Defra) auf, in die Bresche zu springen. Nur so kann Brasilien bei seinen eigenen Anstrengungen zum Erhalt dieses Naturschatzes unterstützt werden.

Dieses Schutzprojekt ist von herausragender Bedeutung, sagte der Greenpeace-Waldexperte John Sauven. Ihm den Geldhahn zuzudrehen ist ein schwerer Schlag. Es stellt sich die Frage wie ernst es der Regierung damit ist, den Verlust von biologischer Vielfalt aufzuhalten. Der Amazonas-Regenwald beherberge bis zu 50 Prozent aller Artenressourcen an Land. Damit stehe die Region was die Artenvielfalt anbelangt einzigartig dar. Ich kann überhaupt nicht begreifen, wie man diese Mittel zweckentfremden kann, um sie in den Wiederaufbau im Irak zu stecken, so Sauven.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gefahr für Mensch und Umwelt

Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten hat schädliche Folgen, wie eine Studie zeigt.

Hilfe im Anflug

„Eine Pandemie erfordert Solidarität und Mitgefühl. Wir sitzen alle im selben Boot, unser Hilfsprojekt ist ein Zeichen der Hoffnung." Carol Marçal von Greenpeace Brasilien.

Indigene in Gefahr

Greenpeace dokumentiert die Rodung im Amazonas in Brasilien. Die Zerstörung in Indigenen-Gebieten hat um 60 Prozent zugenommen. Besonders betroffen ist das Land der Ituna-Itatá.