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Hintermänner kommen 2006 vor Gericht

Mörder von Schwester Dorothy verurteilt

Die Mörder der als Urwald-Nonne bekannt gewordenen Amerikanerin Dorothy Stang sind von einem Gericht in Belém zu 27 bzw. 17 Jahren Haft verurteilt worden. Stang war im Februar von gedungenen Mördern in Amazonien erschossen worden. Jahrelang hatte sie sich zuvor für die Rechte der Landlosen eingesetzt und war dabei einigen einflussreichen Männern in die Quere gekommen. Die Auftraggeber der Mörder müssen jedoch erst noch abgeurteilt werden.

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Rayfran dos Neves Sales, der die Nonne im Februar mit sechs Schüssen tötete, behauptete, er habe in Notwehr gehandelt, weil er befürchtete, die Nonne greife in ihrer Tasche nach einer Waffe. Sein Komplize, Clodoaldo Carlos Batista, sagte jedoch aus, Schwester Dorothy habe lediglich eine Bibel hervorgeholt und einige Verse aus dem Matthäus-Evangelium vorgelesen, bevor sein Kumpan sie erschoss.

Der Mord an Dorothy Stang erlangte weltweite Aufmerksamkeit wie der an Urwaldschützer Chico Mendes im Jahr 1988. Viele Morde gerade in der Provinz Pará bleiben jedoch ungesühnt, meist findet nicht einmal eine Untersuchung statt. Brasilianische Nichtregierungsorganisationen listeten jetzt 772 Morde an Arbeitern und Landlosen in den letzten 33 Jahren auf, drei davon in diesem November. Nur drei von diesen mehr als 700 wurden gerichtlich geahndet. Dagegen landeten alleine in den letzten zehn Jahren mehr als 600 Landlose in den Gefängnissen.

André Muggiati, Greenpeace-Mitarbeiter in Amazonien, kann sich daher nur begrenzt über das Urteil freuen: Die Verurteilung der zwei Pistoleros ist ein Sieg der Gesellschaft über die Gewalt. Hunderte andere ähnliche Verbrechen, die es nicht bis in die Seiten der Zeitungen schaffen, werden leider nicht einmal untersucht. Hoffen wir, dass dieses Urteil den Beginn der Rückeroberung Amazoniens durch Recht und Gesetz darstellt.

Voraussichtlich im März werden die zwei Großgrundbesitzer Vitalmiro Moura und Regivaldo Galvao vor Gericht stehen, die im Verdacht stehen, den Mord für rund 20.000 Dollar in Auftrag gegeben zu haben. Auch der mutmaßliche Vermittler Amair Feijoli da Cunha muss sich dann vor Gericht verantworten.

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