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Mit Sarg gegen Urwaldzerstörung

Unter dem Motto Den Urwald nicht beerdigen demonstrierten Greenpeace-Aktivisten am Freitag vor dem Rathaus der spanischen Stadt Barcelona. Vor der Eingangstür platzierten sie einen Holzsarg mit einer Gorilla-Puppe.

Bei Recherchen hatte Greenpeace herausgefunden, dass ein stadteigenes Beerdigungsunternehmen Urwaldholz aus Liberia und Kamerun bezieht. Dort werden Wälder illegal abgeholzt, Gorillas sind als bedrohte Art vom Verlust ihres Lebensraums besonders betroffen. Im Falle Liberias werden die Gewinne aus dem einträglichen Geschäft für Waffenkäufe verwendet und so der Bürgerkrieg weiter angeheizt.

Dabei hat Barcelona sich in der Vergangenheit stark für den Schutz der Urwälder ausgesprochen und propagiert offiziell die Verwendung von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Das Holz für den Greenpeace-Sarg stammt aus einem nach den Richtlinien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifizierten Betrieb.

Die Käufer von illegal geschlagenem Holz machen sich mitschuldig an der Zerstörung von Urwäldern, sagt Greenpeace-Waldexperte Christoph Thies. Illegaler Holzeinschlag bedroht die Tiere des Waldes wie die Gorillas und beraubt die dort lebenden Menschen ihrer Lebensgrundlage.

Mit dem FSC-Sarg will Greenpeace die Alternative zu illegalem und zerstörerischem Holz aufzeigen. Für Barcelona und für andere Städte wird es Zeit, ihren Bekenntnissen zum Waldschutz auch Taten folgen zu lassen.

Greenpeace fordert von Regierungen auf allen Ebenen, nur Holz aus FSC-zertifizierten Betrieben zu verwenden. Der Forest Stewardship Council ist zurzeit die einzige Garantie, dass ökologische und soziale Standards auch überprüft und eingehalten werden.

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