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Mit Büchern Wälder retten

Ein verregneter Urlaub an der Ostsee, rücksichtslose Jetskifahrer und ein toter Wal: Daraus wird ein Fall für die Greenteams. Diese sechsbändige Reihe von Jugend-Krimis hat Greenpeace am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Neben den spannenden Geschichten zeichnen sich die Bücher dadurch aus, dass sie auf 100-prozentigem Recyclingpapier gedruckt wurden.

Autor Nicolas Roth engagiert sich wie Elke Heidenreich, Cornelia Funke oder Günter Grass in der Greenpeace-Autoreninitiative für urwaldfreundliche Bücher. Egal ob Buch, Fensterrahmen oder Schreibtischplatte - in keinem Fall müsste dafür auch nur ein Urwaldriese der Kettensäge zum Opfer fallen, wäre da nicht die unheilvolle Allianz aus Dummheit und Geldgier bei den Verantwortlichen sowie Unwissenheit bei den meisten Verbrauchern, sagt Roth. Um so mehr freut es mich, dass ich mit meinen Büchern ein klein wenig gegen die Unwissenheit anschreiben kann.

Ziel der Greenpeace-Autoreninitiative ist die vollständige Umstellung des Buchpapiermarkts auf Sorten aus sozial und ökologisch verträglicher Herstellung. Dass dies möglich ist zeigt das Beispiel Kanada, wo es vor dem Start der Initiative kein einziges Buch aus Recyclingpapier gab. Alle Verlage bezogen Frischfaserpapier aus kanadischen Wäldern mit einem hohen Urwaldanteil. Keine Druckerei hatte urwaldfreundliches Papier vorrätig und kein solches Papier wurde als Standard-Buchpapier überhaupt produziert.

Das war im Jahr 2000. Inzwischen haben sich mehr als 70 Verlage und 40 Autorinnen und Autoren der Initiative angeschlossen. Darunter sind so renommierte Namen wie Alice Munro, Yann Martel (nominiert für den Deutschen Bücherpreis) und Margaret Atwood. Die kanadische Ausgabe des fünften Bands von Harry Potter wurde mit einer Auflage von über einer Million Büchern bereits auf Recyclingpapier gedruckt.

Auch in anderen Ländern hat die Initiative inzwischen Fuß gefasst. Bestsellerautorin Isabel Allende hat vor einigen Wochen ihren Verlag Random House Spanien dazu bewegt, schrittweise auf urwaldfreundliche Papiere um zu stellen.

An unserem Messestand sind viele Bücher ausgestellt, die zeigen, dass eine Umstellung auf Papiere aus Recyclingmaterialien problemlos und ohne Qualitätseinbußen möglich ist, sagt Greenpeace-Waldexpertin Denise Völker in Leipzig. Für interessierte Verlage hält Greenpeace einen Ratgeber zur Umstellung auf hochwertiges Recyclingpapier oder Papier aus ökologischer Waldnutzung mit dem Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC) bereit.

Lesen Sie den Leitfaden 'Der Weg des Papiers - vom Urwald zum Buch', wenn Sie Interesse haben, sich als Autor oder Verlagsmitarbeiter für die Initiative einzusetzen. (PDF, 3MB!)

Wenn Sie sich erst einmal allgemein über die Initiative informieren möchten, schauen Sie doch auf unseren Spezial-Seiten zur Autoreninitiative vorbei.

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