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Greenpeace-Gruppen protestieren deutschlandweit für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes

Meilenweit mangelhaft

Ein Staudammprojekt in Brasilien läuft Gefahr, eine ökologische und soziale Katastrophe auszulösen. Dagegen demonstrieren heute Greenpeace-Ehrenamtliche in mehr als 30 Städten.

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7,6 Kilometer sind eine lange Strecke. Das höchste Gebäude der Welt, der Burj Khalifa, passt neun Mal hinein, Schall braucht 22 Sekunden für die Distanz. 7,6 Kilometer ist die Länge des geplanten Staudamms Sâo Luiz do Tapajós im Amazonasbecken: Ein baulicher Eingriff, der das Ökosystem des Tapajós-Flusses für immer verändern und zahllose Indigene ihrer Jahrzehnte alten Heimat berauben würde.

In mehr als 30 Städten protestieren Greenpeace-Ehrenamtliche heute gegen das verantwortungslose Mammutprojekt in Brasilien. Der Sâo-Luiz-do-Tapajós-Staudamm wäre der erste von mehr als 40 Staudämmen im Tapajós-Becken – damit würde einer der letzten unverbauten Nebenflüsse des Amazonas zum Industriegebiet. Die Aktivisten sammeln Unterschriften für eine virtuelle Menschenkette. Sie wird symbolisch das Land der Munduruku umschließen, deren Zuhause dem angestauten Wasser zum Opfer fiele. In München informieren sie die Menschen auf dem Karlsplatz, in Stuttgart zeichnen sie eine lange Linie durch die Innenstadt, die die Dimensionen des Bauvorhabens veranschaulicht – über die ganzen 7,6 Kilometer.

Ein Umdenken von Politik und Wirtschaft ist nötig

Vor der Inbetriebnahme des Belo-Monte-Wasserkraftwerks am Fluss Xingu wurden 20.000 Menschen gegen ihren Willen umgesiedelt. Damals lieferte Voith Hydro, ein Joint Venture der Firma Siemens, Bauteile für das Kraftwerk. Auch an dem Sâo-Luiz-do-Tapajós-Staudamm könnte sich der Konzern wieder beteiligen. Daher wenden sich die Forderungen der Umweltschützer an den deutschen Technologiekonzern: „Zerstöre nicht das Herz des Amazonas“, lautet ihr Slogan. Sie wollen ein energiepolitisches Umdenken – von der brasilianischen Regierung, aber auch von der Wirtschaft. „Der benötigte Strom kann auch durch Solar- und Windanlagen erzeugt werden, ohne den Regenwald zu zerstören und Menschen zu vertreiben“, sagt Sandra Hieke, Greenpeace-Expertin für Wälder. „Hierin sollten Firmen wie Siemens investieren.“

Der Protest ist international

Das Tapajós-Tal zählt zu den artenreichsten Regionen der Erde und ist nicht nur Lebensgrundlage der Munduruku, sondern auch Lebensraum von Jaguar, Flussdelfin und Seekuh, sowie hunderten von Fisch- und Vogelarten. Um diese Region zu schützen, machen sich die Ehrenamtlichen stark. Sie fordern in Deutschland und vor Ort, dass die brasilianische Regierung das Gebiet der Munduruku anerkennt. Dieses Territorium, Sawré Muybu, haben Greenpeace-Aktivisten vor wenigen Tagen gemeinsam mit Indigenen mit Schildern abgesteckt – und damit der brasilianischen Regierung diesen längst überfälligen Schritt vorgemacht. Seit Jahrzehnten kämpfen die Munduruku um ihr Recht. Jetzt wird ihr Ruf auf der ganzen Welt gehört.

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