Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Massenmord an ecuadorianischen Indianern

Mitglieder eines Huaorani-Indianerstammes im ecuadorianischen Amazonasgebiet sollen mehr als ein Dutzend Mitglieder eines anderen Stammes ermordet haben. Das berichtete am Dienstag die niederländische Zeitung Telegraaf in ihrer Online-Ausgabe.

Nach Angaben der Waldschutz-Organisation Rettet den Regenwald aus Hamburg wurde der Mord an insgesamt 16 Frauen und Kinder von Holzfällern geplant und angestiftet. Die Tat ereignete sich bereits vor einigen Wochen.

Aus den Protokollen der Polizei zu dem Vorfall geht hervor, dass Holzfäller bei einem Fest in dem Indianerdorf Tiguino in der Provinz Pastaza den Indianern Benzin, Waffen und Munition übergeben hätten. Diese seien daraufhin zu einem anderen Clan gezogen und hätten dort den Massenmord verübt.

Für Rettet den Regenwald besteht ein Zusammenhang zwischen der Ölförderung in dem Amazonasgebiet und der schrecklichen Tat. Seit den 60er Jahren dringen Ölkonzerne und in ihrem Schlepptau Holzfäller, Siedler und Abenteurer in das Stammesgebiet der Huaorani vor und roden große Flächen des Regenwaldes. Das habe zu einer Zerstörung der Indianerkultur geführt und dadurch einen Nährboden für Mord und Totschlag geschaffen. Im Gebiet der Huaoranis sollen mehrere Unternehmen Ölkonzessionen haben, die auch am Bau einer neuen Pipeline beteiligt seien. Das Geld für das Bauprojekt stammt aus einem Milliardenkredit der Westdeutschen Landesbank (WestLB) in Düsseldorf.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.