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Künasts Charta für Holz ist mangelhaft

Die Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast hat am Freitag dazu aufgerufen, mehr deutsches Holz im Bau, in der Energiewirtschaft und in der Industrie zu verwenden. Sie wolle in den kommenden zehn Jahren den Absatz von heimischen Holz um 20 Prozent steigern, so die Minsterin bei der Vorstellung der Charta für Holz, an der auch Spitzenverbänden der Forst- und Holzindustrie mitwirkten. Damit soll die verstärkte Nutzung von Holz zugunsten von Klima, Lebensqualität und Arbeitsplätzen angeregt werden.

Die Holzcharta greift viel zu kurz. Sie will nur den Verbrauch von Holz fördern, gibt dem Verbraucher aber keinerlei Orientierung, welches Holz er kaufen kann, ohne dass dafür Urwälder zerstört wurden. Hier fehlt der politische Wille, endlich ein entsprechendes Label wie das FSC-Siegel durchzusetzen. Nur das FSC-Siegel signalisiert dem Verbraucher, dass das gekaufte Holz oder Holzprodukt aus ökologischer und sozial gerechter Waldnutzung stammt, kommentiert Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser.

Mit der Holzcharta holt Künast jetzt indirekt Industriezertifikate wie PEFC ins Boot. Aber PEFC trägt nichts zur Rettung der Wälder bei, im Gegenteil - in Finnland werden derzeit die letzten Urwälder Europas zu PEFC-Holz und -Papier verarbeitet, zum Teil für den deutschen Markt, kritisiert Kaiser.

Wir brauchen daher dringend ein Importverbot von Billigholz aus Urwaldzerstörung, fordert der Greenpeace-Experte. Gegen diese Zerstörung empfiehlt die Charta lediglich freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie. Das reicht erfahrungsgemäß nicht. Der Import von Billigholz und -papier aus Urwaldzerstörung in Russland, dem Amazonas, Asien und in Zentralafrika drückt erheblich die Weltmarktpreise. Holz aus guter Waldbewirtschaftung kann damit nicht konkurrieren.

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