Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Kleenex wischt kanadischen Urwald weg

Im kanadischen Huntsville, Ontario, hat die Polizei zwei Greenpeace-Aktivisten festgenommen, die sich an Bahngleise gekettet hatten. Die Gleise führen zum Gelände von Kimberly-Clark (Kleenex), dem weltgrößtenn Hersteller von Papierhygieneprodukten wie beispielsweise Klopapier. In Deutschland ist Kimberly Clark bekannt für die Marken Kleenex, Hakle und Camelia. An der Aktion beteiligen sich 18 weitere Aktivisten aus Kanada, den USA, Belgien und Deutschland. Ein Teil von ihnen hat sich in einigen Metern Höhe an Klappgerüste gekettet, die auf der Zufahrt zum Betriebsgelände errichtet wurden. Der Rest hat das Betriebsgebäude erklommen. Der Protest richtet sich gegen die Zerstörung der kanadischen Urwälder.

  • /

Ans Gebäude wurde ein Transparent mit der Aufschrift Kimberly-Clark & Kleenex: Stoppt die Zerstörung des borealen Urwalds! gehängt. Als boreal werden die Waldgebiete bezeichnet, die in den kälteren Zonen der nördlichen Erdhälfte liegen. Kimberly-Clark erkennt den großen Schaden, den sie den letzten Urwäldern der Welt zufügen, bis heute nicht an, sagte Christy Ferguson, Waldexpertin bei Greenpeace. Wir werden so lange hier bleiben, bis die Verantwortlichen die Zerstörung der borealen Urwälder beenden.

Die Aktion findet gleichzeitig mit der Jahresversammlung der Kimberly-Clark-Aktionäre in Irving/Texas statt. Dort fordert Richard Brooks, Waldexperte bei Greenpeace, von den Teilhabern des Unternehmens eine Entscheidung zu treffen: Die großflächige Abholzung in den borealen Urwäldern Kanadas ist unverantwortlich. Letztendlich wird der radikale Kahlschlag auch für das Unternehmen und die Investoren ein ernstzunehmendes und zunehmendes Risiko darstellen.

Kimberly-Clark soll die Verarbeitung von neuen Fasern drastisch einschränken und für die Herstellung ihrer Produkte in Zukunft wiederverwertete Fasern benutzen. Die Wälder in Kanada und in der ganzen Welt schrumpfen immer schneller und müssen dringend geschützt werden. Wir werden es nicht zulassen, dass Unternehmen wie Kimberly-Clark das größte Ökosystem der Welt zerstören, um Produkte herzustellen, die nur einmal benutzt werden und dann im Müll landen, sagte Ferguson.

(Autorin: Petra Fischer)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.