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Kellerwald - ab 1. Januar 2004 Nationalpark

Der Kellerwald in Nordwest-Hessen ist ab 2004 Nationalpark. Damit sind etwa 5.724 Hektar Rotbuchen-Urwald dauerhaft vor Kettensägen sicher.

In der Verordnung über den Nationalpark Kellerwald-Edersee heißt es, dort werde keine wirtschaftsbestimmte Nutzung stattfinden. Stattdessen sollen die Lebensräume bodenständiger Tier- und Pflanzenarten erhalten oder wiederhergestellt und Störungen von ihnen ferngehalten werden. Gleichzeitig solle der Kellerwald der Bevölkerung zu Erholungs- und Bildungszwecken zugänglich gemacht werden, soweit es mit dem Schutzzweck vereinbar sei.

Weniger als ein Prozent der Waldfläche in Deutschland wird nicht vom Menschen genutzt. Obwohl die Rotbuche als heimische Pflanze gilt, gab es für sie bisher kein großräumiges Schutzgebiet. Der Kellerwald als Nationalpark kann diese Lücke füllen: Das Waldgebiet ist groß, nicht durch Straßen und Dörfer zerschnitten und zudem zu 99 Prozent in Staatsbesitz.

Über 200 Jahre alte Bäume stehen im Kellerwald, der als einer der letzten großen, unzerschnittenen Laubwälder Mitteleuropas gilt. In den letzten zweihundert Jahren ist in dem Rotbuchenwald fast keine Forstwirtschaft betrieben worden. Daher sind in dem urwaldähnlichen Ökosystem mit hohem Laub- und Totholzanteil seltene Tiere und Pflanzen beheimatet: Schwarzstorch, Hirschkäfer und Rothirsch, zahlreiche Spechtarten und Fledermäuse, der Uhu und die geheimnisvolle Wildkatze, seltene Orchideen und zahlreiche Insekten und Pilze.

Sehen Sie hier Fotos vom Kellerwald.

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