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Kein Import von illegalem Holz in die EU!

In Luxemburg haben Greenpeace-Aktivisten gegen die Einfuhr von illegal geschlagenem Tropenholz nach Europa protestiert. Am Tagungsgebäude, in dem sich am Montag die europäischen Landwirtschafts- und Entwicklungsminister trafen, hängten sie ein Banner mit der Aufschrift Illegales Holz verbieten. Die Minister trafen sich in Luxemburg, um über Maßnahmen gegen illegale Abholzung zu beraten.

Die Forderung hatten die Aktivisten zusätzlich in großen Holzbuchstaben vor das Gebäude gelegt - mit Brettern aus illegal geschlagenem Tropenholz. Einige als Orang Utans und Tiger verkleidete Aktivisten wiesen auf die Bedrohung des Lebensraums für eine einzigarte Tier- und Pflanzenwelt durch illegalen Holzeinschlag hin.

Die Kommission schlägt zwar vor, dass die EU und einige holzproduzierende Länder künftig nur noch legal geschlagenes Holz nach Europa importieren sollen. Doch ob die Länder einer solchen Vereinbarung zustimmen, bleibt ihnen selbst überlassen. Im nächsten Jahr sind Verhandlungen mit möglichen Partnerländern geplant, darunter Indonesien, Kamerun und Malaysia.

Zur Zeit schlägt die Europäische Union freiwillige Maßnahmen vor, um gegen illegale Abholzung vorzugehen. Das ist so, als würde man Unternehmen bitten, freiwillig Steuern zu zahlen, sagt Sebastian Risso, Waldexperte bei Greenpeace. Legalität sollte Vorbedingung für wirtschaftliches Handeln sein, keine vergebliche Bitte. Jegliche Bemühungen strikter gegen illegalen Holzeinschlag vorzugehen werden fehlschlagen, solange es keine geeigneten Gesetze gibt, um die europäische Nachfrage nach billigen Holzprodukten aus illegalen und zerstörerischen Quellen zu stoppen.

Doch selbst wenn eine Vereinbarung zustande käme, könnte sie auf einfachste Weise umgangen werden - so, wie es zur Zeit schon geschieht. Eine kürzlich von Greenpeace veröffentlichte Studie deckt auf, dass illegal geschlagenes Holz aus den Regenwäldern Indonesiens und Papua-Neugineas in China zu Sperrholz verarbeitet wird. Von dort findet es unter anderem den Weg nach Europa.

Europa muss die Verantwortung für das übernehmen, was es auf dem Markt erlaubt, fordert Risso. Ohne effektive Maßnahmen, die einen umweltverträglichen Handel und Konsum garantieren, werden die letzten Urwälder dieser Welt verschwinden. Mit Aktionen in Spanien, England und Italien hat Greenpeace in den vergangenen zwei Wochen gegen derartige Machenschaften protestiert. (Autorin: Nadine Behrens)

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