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Kein Bergbau wie vor 30 Jahren

Der Supreme Court (Oberste Gerichtshof) des kanadischen Bundesstaates Northwest Territories hat am Montag entschieden, dass für eine wieder in Betrieb genommene Wolfram-Mine des Bergbaukonzerns North American Tungsten Corporation Ltd. eine Umweltfolgeabschätzung erstellt werden muss. Das hatten örtliche Behörden dem Minenbetreiber zur Auflage gemacht, dieser wollte das nicht akzeptieren und ging vor Gericht. Die umstrittene Mine liegt nahe dem Nahanni-National-Park, der als Welt-Naturerbe-Liste von der UN ausgezeichnet ist.

Die Niederlage vor Gericht wurde dem Bergbauunternehmen jedoch nicht durch die Behördenvertreter bereitet. Die durften selbst nicht an dem Verfahren teilnehmen. Lediglich Vertretern eines Bündnis' von Umweltschutzorganisationen war es bei dem Prozess erlaubt, sich für die Belange der Umwelt einzusetzen. Nach dem Urteil sagte die Umweltschützerin Karen Wristen: Es ist nicht nur ein großer Sieg für die Umwelt, sondern unterstreicht das Recht der Bewohner des Nordens, über eigene Belange selbst zu entscheiden. Dadurch wird es auch für andere Konzerne schwierig, einer Umweltfolgeabschätzung zu entgehen, indem sie sich auf Schlupflöcher im Gesetz berufen.

Die North American Tungsten hatte vor Gericht argumentiert, dass es sich um eine über 30 Jahre alte Mine handele, obwohl sie erst vor kurzem wieder in Betrieb genommen worden war. Das Gericht ließ sich jedoch nicht darauf ein, dass deswegen ein altes Gutachten völlig ausreichend sei. Das stärkt den Umweltschutz, sagte der Anwalt des Umweltbündnis. Viele Bergbau-Praktiken, die vor 30 Jahren durchgingen, sind heute einfach nicht mehr akzeptabel.

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