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Jaguare in argentinischem Gefängnis

In Nordargentinien sind am Dienstag die Greenpeace-Jaguare festgenommen worden. Die Aktivisten waren seit Juli mit Motorrädern in den Urwäldern der Provinz Salta unterwegs. In Jaguar-Kostüme gekleidet protestierten sie gegen die Abholzung der wertvollen und artenreichen alten Wälder.

Die neun Greenpeacerinnen und Greenpeacer wurden festgenommen, als sie den zerstörten Urwald fotografierten. Sie befinden sich jetzt im Gefängnis von Tartagal, im Norden der Provinz Salta. Unter den Inhaftierten sind auch der Geschaftsführer und der Rechtsanwalt des argentinischen Greenpeace-Büros.

In Nordwestargentinien werden die wertvollen Urwälder zu Gunsten des massenhaften Anbaus von Gen-Soja zerstört. Jede Stunde wird ein Waldgebiet so groß wie zwanzig Fußballfelder gerodet, hatte Emiliano Ezcurra, Greenpeace-Artenschutzexperte, im Juli erklärt, als die Jaguare zu ihrer Tour starteten.

Ezcurra weiter: Wichtige Ökosysteme werden zerstört, Menschen werden ihrer Häuser und ihres Lebensunterhalts beraubt und wild lebende Tiere geraten in Gefahr. Wir sind hier, um die Zerstörung dieser Jaguar-Wälder und die Umwandlung der Gegend in eine Gen-Soja-Wüste zu stoppen.

Vom Kahlschlag besonders betroffen sind die Gran Chaco- und Yungas-Urwälder. Beide zusammen bedecken eine Fläche von mehr als einer Million Quadratkilometern. Das ist die zweitgrößte Waldfläche Amerikas. Greenpeace-Informationen zufolge wurden in den letzten neun Jahren allein im Gran Chaco 4.500 Quadratkilometer Urwald gerodet. Fast die Hälfte davon illegal. Die Polizei arbeitet vielerorts mit den Soja-Baronen zusammen.

Im Laufe ihrer Tour waren die Greenpeace-Jaguare am Rande der Gran Chaco- und Yungas-Urwälder auf Bulldozer der Holzfäller gestoßen. Sie erkletterten die Maschinen und legten sie mit Ketten still. Weiteren Bulldozern stellten sie sich in den Weg, indem sie ihre Motorräder vor den schweren Fahrzeugen festketteten.

Wann die Greenpeacer freikommen, war bei Redaktionsschluss ungewiss. Der Untersuchungsrichter hat aber bereits klargemacht, dass sie mindestens bis Mittwoch in Haft bleiben. Voraussichtlich werden sie angeklagt, das Gebiet unbefugt betreten zu haben. (sit)

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