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Indonesischer Urwald kommt unter den Hammer

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten - und aus! Das indonesische Forstwirtschaftsministerium will über eine Million Hektar Urwald versteigern. Zehntausend Quadratkilometer - etwa elfmal die Fläche Berlins. Damit beginnt quasi der Schlussverkauf. Schon jetzt sind 72 Prozent der ursprünglichen intakten Urwälder des Landes zerstört. Nirgendwo sind so viele Tier- und Pflanzenarten akut bedroht, weil sie mit dem Wald ihren Lebensraum verlieren.

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Die Begründung für die Auktion ist ungewöhnlich: Die Urwaldfläche, die versteigert wird, ist bereits in früheren Jahren zum Abholzen freigegeben worden. Die bestehenden Konzessionen wurden aber entweder gar nicht oder schlecht genutzt. Dass Flächen trotz Erlaubnis nicht abgeholzt wurden, sollte die Regierung eigentlich freuen. Sie schmückt sich gern mit ihren Bemühungen um den Urwaldschutz. Und jeder gerettete Hektar Urwald ist ein Funke Hoffnung.

Stattdessen will das Forstwirtschaftsministerium mit der Versteigerung erreichen, dass die Lizenzen endlich genutzt werden. Das betrifft 16 Konzessionen. Hinzu kommen neun Konzessionen für Industrieholzplantagen. Die Gewinner sollen spätestens Anfang Februar bekanntgegeben werden.

Die Naturkatastrophen der letzten Jahre waren alle auf die Urwaldzerstörung und die hemmungslose Umwandlung in Nutzflächen zurückzuführen - besonders die Überschwemmungen in Aceh und Nordsumatra und die Waldbrände in Riau, sagt der indonesische Waldexperte von Greenpeace, Hapsoro. Aber die Regierung weigert sich, aus ihren alten Fehlern zu lernen. Für ein paar Millionen Dollar setzt sie weiterhin das Leben ihrer Landsleute aufs Spiel.

In keiner Region der Erde wird der Wald schneller vernichtet als in dem südostasiatischen Inselstaat. Jedes Jahr gehen mindestens 19.000 Quadratkilometer verloren, im Jahr 2005 waren es 28.000. Rund drei Viertel der Einschläge geschehen illegal, oft ist Korruption im Spiel. Holzwirtschaft und Politik sind eng verwoben.

Die Wälder werden mit Motorsäge und Feuer zerstört. Tropenhölzer wie Meranti, Ramin und Bangkirai bringen auf dem Weltmarkt viel Geld. Um an das wertvolle Holz heranzukommen, schlagen die Holzfirmen riesige Schneisen in den Urwald. Vor Ort, oft an Flüssen, werden Sägemühlen hochgezogen und das geschnittene Holz per Schiff abtransportiert.

Der Rest wird abgefackelt - zum Beispiel um Anbauflächen für Nutzholz- oder Palmölplantagen zu gewinnen. Fast jedes Jahr gehen Meldungen über große Waldbrände in Indonesien durch die Medien. Dabei sind es nicht nur, wie oft behauptet, die kleinen Bauern, die den Urwald abbrennen. Für sehr viele Feuer sind große Unternehmen verantwortlich, die auf schnellem Wege viel Fläche gewinnen wollen.

Der Wald löst sich in Rauch auf. Der Rauch verdunkelt über weite Strecken den Himmel und beeinträchtigt die Gesundheit der Menschen. Er schädigt auch das Klima, das auf diese Weise doppelt leidet: durch den Verlust des Waldes als CO2-Speicher und die CO2-Emissionen beim Verbrennen.

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