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Indonesien - reif fürs Guinness-Buch der Rekorde

4900 Hektar Wald pro Tag für immer zerstört - das ist trauriger Weltrekord. Kein Land der Erde vernichtet den eigenen Urwald so rasant wie Indonesien. Die Zahl erschließt sich aus dem Weltwaldbericht 2007 der FAO. Greenpeace hat die Daten ausgewertet und schlägt vor, das südostasiatische Land ins Guiness-Buch der (Negativ-)Rekorde aufzunehmen.

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4900 Hektar pro Tag, das sind acht Fußballfelder pro Minute oder zwei Prozent der noch vorhandenen indonesischen Urwaldfläche pro Jahr. Diese wahnwitzige Rate macht Indonesien zum schändlichen Rekordhalter, kommentiert Hapsoro, Greenpeace-Waldexperte für Südostasien. Indonesien hat als größter Waldvernichter des Planeten mit Brasilien gleichgezogen.

Zwar listet der FAO-Report Brasilien mit 3,1 Millionen Hektar Verlust in den Jahren 2000 bis 2005 an erster Stelle. Indonesien folgt mit 1,8 Millionen Hektar. Doch im Verhältnis zur Landesfläche ist die Entwaldungsrate in Indonesien wesentlich höher. Nach Angaben des indonesischen Forstministeriums ist sie sogar noch höher als im FAO-Bericht angegeben: 2,8 Millionen Hektar.

Zusammen mit anderen Greenpeace-Aktivisten protestierte Hapsoro am Freitag im Zentrum der Hauptstadt Jakarta gegen die Urwaldzerstörung und forderte ein sofortiges landesweites Entwaldungsmoratorium. Er wies darauf hin, dass die ökologischen Katastrophen der letzten Jahre - Überflutungen, Waldbrände, Erdrutsche, Dürren und Bodenerosion - alle auf die Vernichtung der Urwälder zurückzuführen sind. Indonesische Prominente, Politiker und Musiker schlossen sich dem Protest an.

Wälder sind die grüne Lunge unserer Erde. Sie sind Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten, sie sind Heimat und Existenzgrundlage von Millionen Menschen. Sie speichern Kohlendioxid und sind deshalb wichtiger denn je für unser Klima.

80 Prozent der weltweiten Urwälder finden sich in nur zehn Ländern. Ihre Wälder werden vernichtet für billiges Sperrholz und wetterfeste Gartenmöbel, für Hochglanzillustrierte und Toilettenpapier. Werden abgefackelt, um den Exportmais für unsere Massentierhaltung anzubauen. Werden niedergebrannt für Palmölplantagen. Das Öl wird nach Europa geliefert als Grundlage für Nahrungsmittel, Kosmetika und - Bio-Sprit.

Die europäischen Umweltminister haben Anfang März 2007 beschlossen, den Anteil an Bio-Sprit in der EU auf zehn Prozent zu steigern. Die heimischen Anbauflächen reichen für die dafür benötigte Rapsmenge nicht aus. Die Lösung heißt: Palmöl aus Südostasien. Klimaschutz?

Fünf Millionen Hektar indonesischer Urwald sind den Palmölplantagen bereits zum Opfer gefallen. Der Trend zeigt steil aufwärts. Jedes Jahr setzt Brandrodung gewaltige Kohlendioxidmengen frei. Bilder von Menschen mit Atemmasken unter einem rauchverdunkelten Himmel gehen um die Welt. Brandrodung für Palmöl hat Indonesien mittlerweile zum drittgrößten CO2-Verursacher weltweit gemacht.

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