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Indonesien nimmt Palmölmafia ins Visier

Die Greenpeace-Kampagne gegen Palmöl aus Urwaldzerstörung zeigt in Indonesien Wirkung. Die Regierung des Landes schickt nun eine sogenannte Task Force los, die der Palmölmafia das Handwerk legen soll. Bei einem Treffen mit Umweltorganisationen am vergangenen Mittwoch gab Forstminister Zulkifli Hasan zu, dass in Indonesien bereits zwei Millionen Hektar Regenwald illegal in Ölpalmplantagen umgewandelt wurden. Durch die Zerstörung des Regenwalds und die Austrocknung der kohlenstoffreichen Torfwälder gehört Indonesien zu den weltweit größten Erzeugern von Treibhausgasen.

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Palmöl – Wirtschaftsfaktor oder Urwaldkiller?

Die Korruption im Palmölgeschäft sorgt für heiße politische Diskussion in Indonesien. Die Regierung hat mit ihrem Eingeständnis nun offiziell zugegeben, dass illegal eine Fläche so groß wie Rheinland-Pfalz zu Plantagen umgewandelt wurde. Corinna Hölzel, Waldexpertin bei Greenpeace, wundert das nicht: Die indonesische Palmölmafia wird ihrem schlechten Ruf voll gerecht. Aktuell fährt sie mit Unterstützung der Politik eine Gegenkampagne auf und organisiert aggressive Proteste als Drohkulisse. Allerdings kommt die Regierung an unseren Beweisen nicht vorbei und muss reagieren.  In der Vergangenheit endeten über die Hälfte der Anklagen wegen illegaler Waldabholzung mit Freisprüchen. Die indonesische Regierung will diese Fälle nun erneut unter die Lupe nehmen und auf Korruption überprüfen.

Greenpeace selbst legte gerade erst neues Beweismaterial vor, das neue illegale Waldabholzungen in der indonesischen Provinz Zentralkalimantan aufdeckt. Dahinter steckt der größte indonesischen Palmölkonzern Sinar Mas, ein Wiederholungstäter in Sachen Urwaldzerstörung. Sinar Mas teilt sich in ein Geflecht von Tochter- und Zweigfirmen auf, die in zahlreiche Landkonflikte mit der einheimischen Bevölkerung verwickelt sind. Das Unternehmen plant für sein Palmölgeschäft noch in diesem Jahr Investitionen in Millionenhöhe.

Fragwürdige Unterstützung aus Europa

Finanzielle Unterstützung erhält Sinar Mas von einer staatlichen Bank aus Deutschland: Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft gehört zur KfW-Bankengruppe und verfolgt einen entwicklungspolitischen Auftrag. Dennoch unterstützt sie trotz Kenntnis der illegalen Aktivitäten des Sinar Mas-Konzerns diesen mit einem 32-Millionen-Dollar-Kredit.

Auch Nestlé, der weltweit größte Lebensmittelkonzern, steht wegen seiner Verbindung zu Sinar Mas in der Kritik. Die europäischen Nestlé-Werke verarbeiten in ihren Produkten Palmöl von Lieferanten, die als Zwischenhändler mit Sinar Mas-Palmöl handeln. Nestlé kann derzeit nicht ausschließen, dass kein Palmöl aus Urwaldzerstörung in seinen Produkten landet. Der Lebensmittelkonzern hat lediglich zugesagt, seinen Einfluss für ein Moratorium zu einer sofortigen Stopp der Urwaldzerstörung geltend zu machen – bis heute hat er aber keine konkreten Schritt unternommen!

Kein Moratorium in Sicht

Die Zeit rennt uns davon, sagt Corinna Hölzel. Indonesien muss einen sofortigen Stopp der Umwandlung von Torfwäldern in Plantagen erlassen! Die indonesische Regierung bewegt sich zwar langsam in die richtige Richtung, aber die Urwaldzerstörung geht weiter und treibt den Klimawandel noch schneller voran!

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