Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Illegaler Straßenbau zerstört russisches Naturschutzgebiet

Greenpeace-Aktivisten protestieren im Januar 2009 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin gegen illegalen Straßenbau durch das russische Naturschutzgebiet Bolshoj Utrish. Die Region Krasnodar, in der das Naturschutzgebiet liegt, präsentiert sich auf der Grünen Woche mit einem eigenen großen Stand.

  • /

"Es ist ein Skandal. Behörden sehen zu, wie geltendes Recht gebrochen und ein einmaliges Naturschutzgebiet unwiederbringlich zerstört wird", sagt Tobias Riedl, Waldexperte bei Greenpeace. Laut russischem Gesetz muss für ein solches Bauvorhaben ein umfangreiches Umweltgutachten erstellt werden. Dies ist jedoch bis heute nicht geschehen.

Das nordkaukasische Naturschutzgebiet Bolshoj Utrish grenzt unmittelbar ans Schwarze Meer. Es ist das letzte intakte Waldgebiet in Russland mit mediterranem Charakter. Hier leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten: Pistazienbäume und seltene Wacholderarten, die bereits auf der Roten Liste stehen.

Mildes Klima, schöne Landschaft und Meer - eine beliebte Urlaubskombination. Offiziell heiß es zwar, die Straße sei als Feuerschneise geplant. "Tatsächlich wird durch den Bau ein bisher weitgehend unerschlossenes, sehr attraktives Gebiet für den Tourismus zugänglich gemacht. Es ist zu befürchten, dass sich dort nach Fertigstellung der Straße touristische Einrichtungen in großem Stil ansiedeln werden", so Riedl. Einige Projekte sind in diesem Gebiet bereits in Planung.

Greenpeace fordert den Gouverneur der Region Krasnodar auf, den Bau der Straße sofort zu stoppen und den rechtmäßigen Schutz des Gebietes langfristig zu gewährleisten.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zehntausende stehen zusammen

Es ist die bislang größte Anti-Kohle-Demo im Rheinischen Revier: Zehntausende protestieren am Hambacher Wald für Klimaschutz – und feiern den vorläufigen Rodungsstopp.

Der Wald bleibt – vorerst

RWE darf im Hambacher Wald nicht roden, entschied das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Eilbeschluss. Bis zur endgültigen Entscheidung könnte es Jahre dauern.

Gradwanderungen

Die Erderhitzung lässt sich bei 1,5 Grad stoppen, doch auch das wird die Welt verändern, so der Weltklimarat. Über dessen neuen Bericht spricht Greenpeace-Experte Christoph Thies.