Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Illegale Rodung zerstört Amazonien

Die illegale Abholzung des Regenwaldes schreitet unaufhörlich voran. Brasilianischen Wissenschaftlern zufolge wird der Urwald am Amazonas bis zum Jahr 2030 um weitere 20 Prozent schrumpfen. Die Folgen für Brasilien und das Weltklima sind irreversibel.

  • /

Schon lange warnt Greenpeace davor, dass Bauern wegen der steigenden Nachfrage Fleisch und nach Soja als Tierfutter ihre Felder vergrößern und dafür den Regenwald zerstören. Allein zwischen August und Dezember 2007 waren 7.000 Quadratkilometer Urwald gerodet worden.

Die Ökonomie kontrolliert die Entwaldung, sagt Paulo Adario, Leiter der Waldkampagne von Greenpeace Brasilien. Immer wenn die Preise steigen, steigt auch die Entwaldungsrate. Um die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien aufzuhalten, müssen dringend zusammenhängende Schutzgebiete geschaffen werden.

Wissenschaftler bezeichnen den Amazonas-Regenwald als globale Klimaanlage. Er gibt jährlich rund sieben Billionen Tonnen Wasser in die Atmosphäre ab und reguliert so nicht nur das Klima in Südamerika, sondern der ganzen Welt. Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes schadet daher doppelt: Zum einen wird die Weltklimaanlage zerstört. Zum anderen setzen die Brände große Mengen des Klimakillers CO2 frei.

Der Regenwald am Amazonas ist der größte noch intakte Regenwald dieser Erde. Doch die weltweite Nachfrage der Industriestaaten und Chinas nach Edelhölzern und Soja als Futtermittel bedroht immer größere Waldflächen in Amazonien. Unsere Nachfrage nach billigem Fleisch, heizt die Nachfrage nach Soja und damit die Urwaldzerstörung in Brasilien an. Es wird Zeit, dass auch wir hier Verantwortung für den Schutz Amazonines übernehmen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Factsheet: Palmöl aus Indonesien

Palmöl steckt in etwa jedem zweiten Produkt, das man im Supermarkt kaufen kann. Das fettige Gold findet sich in zahlreichen Haushalts- und Pflegemitteln, in Seifen und Kerzen. Doch die Produktion dieses Alleskönners hat einen hohen Preis.

Mehr zum Thema

Rote Linie

Baumbesetzer, Anwohnerin oder Familienvater: unterschiedliche Menschen kämpfen für den Hambacher Wald. Karin de Miguel Wessendorf hat sie begleitet. Nun kommt ihr Film ins Kino.

Zum Wegkrabbeln

Keine Ausreden mehr: Wissenschaftler haben weltweit den Zustand der Arten bewertet, die Fakten sind bekannt. Christoph Thies von Greenpeace erzählt, was das bedeutet.

Löchrige Lebensversicherung

Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Wissenschaft fordert ein radikales Umdenken. Was der Weltbiodiversitätsrat empfiehlt, erzählt Christoph Thies von Greenpeace.